Island: Reykjavík stimmt gegen Walfang in der Bucht von Faxaflói

Die starke Partnerschaft zwischen dem IFAW und dem Verband „IceWhale“ hat geholfen, den Isländern die Augen zu öffnen. Vielen ist inzwischen bewusst, dass sich die isländische Haltung zum Walfang ändern muss. Im Stadtrat von Reykjavik war der 16. Dezember 2014 ein Dienstag wie jeder andere. Einen Unterschied zu anderen Dienstagen gab es jedoch: Vertreter aller sechs Parteien legten gemeinsam eine Resolution vor, die den Fischereiminister auffordert, das Wal-Schutzgebiet in der Bucht von Faxaflói, direkt vor den Toren Reykjaviks, zu vergrößern.

Seit der Walfang in Island nach einer 13jährigen Pause 2003 wieder aufgenommen wurde, konzentriert sich fast die gesamte Jagd auf Zwergwale in der Bucht von Faxaflói, davon 80 Prozent direkt an der Grenze zu einem Whale-Watching-Gebiet. Dies führte oft zu Konfrontationen zwischen Whale-Watching-Anbietern aus Reykjavik und der kleinen, aber einflussreichen Gruppe der Walfangbefürworter.

Im Frühjahr 2013 vergrößerte der frühere Fischereiminister Steingrímur J. Sigfússon das Whale-Watching-Gebiet geringfügig. Die Walfangbefürworter unkten daraufhin, dass dies das Ende der Zwergwaljagd bedeute. Der amtierende Minister Sigurður I. Jóhannsson, der dem Walfang positiv gegenübersteht, verkleinerte als erste Amtshandlung das Gebiet wieder auf seine ursprüngliche Größe.

Traditionell waren die mitte-rechts-orientierte Fortschrittspartei und die rechte Unabhängigkeitspartei immer Befürworter des Walfangs. Dies hat sich jetzt geändert, zumindest in Reykjavik. Alle Parteien stimmten im Dezember einhellig für eine Resolution, die eine Vergrößerung des Walschutzgebiets fordert und damit ein Ende des Walfangs in der Bucht von Faxaflói. Nur ein Parlamentsmitglied enthielt sich der Stimme.

Das sind großartige Neuigkeiten für die Wale und für uns, da wir bereits seit mehr als elf Jahren gegen den grausamen und unnötigen Walfang in Island kämpfen.

Dieses positive Resultat konnte vor allem durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem isländischen Tourismusverband, dem Verband der isländischen Whale-Watching-Anbieter „IceWhale“ und aufgeschlossenen Politikern erzielt werden.

Leider entscheidet nicht die Stadt Reykjavik, sondern der Fischereiminister über die Beendigung des Walfangs in der Bucht vor der nördlichsten aller Hauptstädte. Doch die Resolution zwingt den Minister und seine Regierung, die Angelegenheit noch einmal überdenken.

Mehr als 100.000 Touristen gehen allein von Reykjavik aus jedes Jahr auf Whale-Watching-Tour. Damit ist Whale Whatching die beliebteste individuelle Touristenaktivität der Stadt. Dies kann nicht weiter ignoriert werden.

Den IFAW und „IceWhale“ verbindet eine starke Partnerschaft, aus der beispielsweise die Aufklärungskampagne Meet Us Don´t Eat Us entstanden ist. Neben dieser Kampagne haben walfreundliche Restaurants, die kein Walfleisch mehr anbieten, und viele andere Aktionen den Menschen in Island die Augen geöffnet und Touristen klar gemacht, dass es besser ist, Wale zu beobachten statt sie zu essen. Denn für den grausamen und unnötigen Walfang ist im 21.Jahrhundert kein Platz mehr.

Sigursteinn Masson

Erfahren Sie hier mehr über unsere Aufklärungskampagne “Meet Us Don't Eat Us”.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
Länderdirektorin USA
Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Jason Bell, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
Programmdirektor Meeresschutz
Sonja Van Tichelen, Vizepräsident für internationale Koordination
Vizepräsident für internationale Koordination
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien