Island: Der erste getötete Finnwal der Saison wird am Nationalfeiertag an Land gebracht

Ungefähr zwanzig Demonstranten aus Island und anderen Ländern waren vor Ort. Sie hielten vor der Walfangstation Plakate mit der Frage in die Höhe, welchen Sinn dies Ganze habe. Am Dienstag um kurz vor halb vier Uhr nachmittags brachte eines der zwei Walfangschiffe des letzten noch verbliebenen Walfängers Islands, Kristjan Loftsson, den ersten Finnwal dieses Sommers an Land.

Finnwale sind vom Aussterben bedroht. Doch genau wie im vergangenen Jahr wurde der Wal bewusst am Nationalfeiertag Islands angelandet – und wie im letzten Jahr regnete es. Es begann zu regnen, als das Walfangschiff in Sichtweite des Hafens kam und es regnet noch immer, während ich diese Zeilen schreibe.

Ungefähr zwanzig Demonstranten aus Island und anderen Ländern waren vor Ort. Sie hielten vor der Walfangstation Plakate mit der Frage in die Höhe, welchen Sinn dies Ganze habe. Auf ihren Gesichtern zeichneten sich Grauen und Schock ab, als begonnen wurde, den Wal auseinanderzuschneiden.

Es ist das erste Mal, dass die Medien kein positives Interesse am Walfang zeigen. © Megan WhittakerAber ich bemerkte auch einige Veränderungen. In den vergangenen Jahren war der erste Finnwal der Saison immer ein Anlass zum Feiern gewesen. Stolz stellten sich bei dieser Gelegenheit sogar isländische Minister neben Loftsson, um mit ihm neben dem 25 Meter langer Kadaver eines Finnwales fotografiert zu werden.

Das hat sich geändert. Dieses Mal war kein Vertreter der Medien vor Ort. Es ist das erste Mal, dass die Medien kein positives Interesse am Walfang zeigen.

Dies ist ein großer Erfolg, denn der IFAW, lokale Whale-Watching-Unternehmen und andere arbeiten daran, die Einstellung der Isländer zum Walfang zu verändern und setzen sich für ein verantwortungsvolles Whale Watching ein.

Die Mitarbeiter der Walfangstation winkten uns sogar zu. Für mich ein Zeichen, dass sie uns und unseren Protesten gegenüber nicht mehr ganz so negativ eingestellt sind.

Vielleicht wollten sie uns damit sagen: „Wir verstehen Euch, aber wir machen hier auch nur unseren Job.” Ich weiß es nicht. Aber auf jeden Fall ist der falsch verstandene Nationalstolz in Bezug auf den Walfang völlig verschwunden. Die einzigen isländischen Flaggen, die weit und breit zu sehen waren, waren unsere Protestflaggen. Und wir halten diese Flaggen heute sehr hoch.

Sigursteinn Masson

Erfahren Sie mehr über die weltweite Arbeit des IFAW zum Schutz der Wale.

 

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Azzedine Downes, Präsident und CEO
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Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
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Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
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Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
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Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Jason Bell, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
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Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
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Sonja Van Tichelen, Vizepräsident für internationale Koordination
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Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
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Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien