Hundetransport von Bosnien nach Deutschland: vom Tierheim in die Quarantäne-Station

 

 

Dieser Blog-Beitrag ist der zweite einer Serie, die den Transport bosnischer Hunde nach Deutschland begleitet, wo unsere deutsche Partnerorganisation Streunerglück ein neues Zuhause für die Hunde sucht. Den ersten Blog-Beitrag können Sie hier nachlesen.

Die Entscheidung, welche Hunde wir zuerst mitnehmen und welche zunächst noch im Tierheim bleiben müssen, fällt sehr schwer. Unser Tierarzt-Team hat während der letzten zwei Tage im Tierheim in Jajce bei Matsch und Regen auf Hochtouren gearbeitet, um die Hunde mit Hilfe einer Chipnummern-Liste und monatealter Fotografien zu identifizieren.

Wir mussten herausfinden, wer bereits welche Impfungen bekommen hat. Dies wurde allerdings aufgrund fehlerhafter Aufzeichnungen zusätzlich erschwert. Darüber hinaus hatten einige Hunde zwei Mikrochips, andere gar keinen. Und ein paar Welpen waren mehrfach registriert worden.

IFAW Mitarbeiterin Ellie Milano registriert die Hunde für den Transport

Wir glichen Fotos und Beschreibungen ab, registrierten die neu hinzugekommenen Hunde und verabreichten Impfungen und Wurmkuren. Alle Informationen übergaben wir dem lokalen Tierarzt, der offizielle Haustierpässe ausstellte, mit denen die Hunde nach einem dreiwöchigen Aufenthalt in Quarantäne nach Deutschland einreisen dürfen, wo ihr neues Leben beginnen wird.

Leider waren es einfach zu viele Hunde, um sie alle auf einmal mitzunehmen. Ursprünglich waren zwei Transporte für insgesamt 38 Hunde geplant. Doch als wir dann zählten, kamen wir mit allen Welpen, den neuen und zuvor übersehenen Hunden und der Hündin, die mit ihren Kleinen im Abwasserkanal lebte, auf fast 70 Hunde.

Wir riefen unsere Partnerorganisation Streunerglück in Deutschland an und fragten, ob wir ein paar Hunde mehr mitbringen könnten. Sie sagten zu und wir vereinbarten, zunächst 35 Hunde nach Deutschland zu bringen. Doch sie würden sich darum kümmern, auch für die weiteren 35 Hunde ein Zuhause zu finden.

Tierärztin Kati Loeffler mit einem der Hunde vor dem Transport in die Quarantäne-Station

Alle Hunde, für die Streunerglück bereits in Deutschland ein Zuhause gefunden hat, wurden in den Transporter gebracht. Außerdem nahmen wir noch alle Hunde mit, die dringend tierärztlich behandelt werden mussten, sowie die Hündin mit ihren neugeborene Welpen.

Jetzt hatten wir noch zwei Plätze frei. Wen sollten wir noch auswählen? Es war eine schnelle, aber dennoch schwere Entscheidung. Wir wollten keinen der Hunde zurücklassen. Doch der Gedanke daran, dass wir in drei Wochen auch die übrigen abholen, machte es etwas leichter. Also wurden noch zwei weitere Hunde verladen.

Jetzt waren alle Transportboxen voll. Doch da war noch die liebenswerte Hündin Sarabi. Sie hatte von allen Hunden im Tierheim am isoliertesten gelebt – in einem Gebäude abseits von allen anderen Hunden am Ende eines kleinen Waldwegs. So hatte sie wahrscheinlich Jahre verbracht.

Bei unserem ersten Besuch im Tierheim hatte sie sich auf den Boden gelegt und fürchterlich geweint, als wir uns entfernten. Es war herzzerreißend, sie so zu sehen. Ich hätte es nicht ertragen, sie noch einmal zurückzulassen.

IFAW Mitarbeiterin Kate Atema mit Hündin Sarabi bevor wir sie in Quarantäne bringen

Also packten wir zusammen. Und dann ging es los: 34 Hunde hinten im Transporter und Sarabi auf meinem Schoß. Wir hatten eine Reise von etwa 120 Kilometern vor uns. Ein paar Stunden später lieferten wir die Hunde im Quarantäne-Zentrum im Norden Bosniens ab, ein paar Meilen von der kroatischen Grenze entfernt.

Kate Atema bringt einen Hund ins Quarantäne-Zentrum

Die Hunde bleiben jetzt drei Wochen dort, bevor sie nach Deutschland dürfen. Wir können es kaum erwarten, sie aus den Zwingern zu holen und nach Deutschland in ein echtes Zuhause zu bringen, wo sie die Liebe und Zuwendung bekommen, die sie so dringend brauchen.

Und wir können es kaum abwarten, zurück ins Tierheim nach Jajce zu fahren, um die die restlichen Hunde von ihren Ketten zu befreien und auch sie mit nach Deutschland zu nehmen.

Helfen Sie uns, die Hunde aus Bosnien und Tiere auf der ganzen Welt zu retten.

Kate Nattrass Atema

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Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
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Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
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