Erfolgreicher Schlag gegen den illegalen Elfenbeinhandel – in Deutschland!

Diese Nachricht lässt aufhorchen: In den letzten vier Monaten haben die deutschen Zollbehörden nun insgesamt fast 1,2 Tonnen illegales Elfenbein entdeckt, mit einem Marktwert von über einer Million Euro. Bereits im Mai wurden die Fahnder am Flughafen Berlin Schönefeld fündig: 625 kg, versteckt in falsch deklarierten Kisten, sollten auf dem Luftwege nach Vietnam gebracht werden. Die darauffolgenden Untersuchungen führten die Ermittler dann nach Rheinland-Pfalz, wo Ende August weitere  570 kg Elfenbein gefunden wurden. Zwei Tatverdächtige, die derzeit in Untersuchungshaft sitzen, waren bereits dabei, dieses Elfenbein zu Figuren und Perlen zu verarbeiten.

Einerseits ist es erfreulich, dass den deutschen Ermittlungsbehörden dieser Fang und somit ein wichtiger Beitrag gegen den illegalen Elfenbeinhandel gelungen ist.

Andererseits ist die Beschlagnahmung dieser riesigen Menge Elfenbein sehr beunruhigend, insbesondere vor dem Hintergrund zweier aktueller Ereignisse:

Zum einen wurde in einer erst kürzlich veröffentlichten Studie von US-Forschern belegt, dass die Elefantenbestände in Afrika deutlich stärker zurückgehen als bisher befürchtet. In den sieben Jahren zwischen 2007 und 2014 sind sie um dreißig Prozent geschrumpft, was dem Verlust von ca. 144.000 Elefanten gleichkommt. Als Hauptgrund hierfür wurde die Elfenbein-Wilderei benannt.

Zum anderen haben Namibia und Simbabwe für die im September anstehende Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES, zwei Anträge gestellt, die diesen Ländern den Handel mit Elfenbein wieder ermöglichen sollen. Sollten diese Anträge eine Mehrheit finden, wäre dies fatal für die restlichen Elefanten Afrikas, denn es würde die Nachfrage nach Elfenbein und damit zwangsläufig auch die Wilderei weiter anheizen.

Daher wird der IFAW bei der CITES-Konferenz in Südafrika alles dafür tun, dass kein weiterer internationaler Handel mit Elfenbein erlaubt wird. Zudem unterstützen wir jedes Bestreben zur Schließung nationaler Elfenbeinmärkte und befürworten die Zerstörung von Elfenbeinlagerbeständen.

Die Zukunft der Elefanten kann nur gesichert werden, wenn wir auf vielerlei Ebenen aktiv sind: Bekämpfung der Wilderei in den „Elefantenländern“, Aufdeckung und Eindämmung des Schmuggels und illegalen Handels - auch in Deutschland - sowie Reduzierung der Nachfrage insbesondere in SO-Asien. Dafür setzt sich der IFAW weltweit ein.

-- Robert Kless

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