Drahtzieher im Elfenbeinschmuggel zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt

Feisal Ali Mohammed wurde jetzt von einem Gericht im kenianischen Mombasa wegen Besitzes von über zwei Tonnen Elfenbein verurteilt, das man bei einer Razzia an der kenianischen Küste im Jahr 2014 beschlagnahmt hatte.

Er wurde zu zwanzig Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 20 Millionen Kenia-Schilling verurteilt. Interpol hatte Feisal als einen der neun meistgesuchten Umweltverbrecher eingestuft.

Feisals Verurteilung ist ein großer Sieg für die Elefanten. Es ist die erste erfolgreiche Verurteilung eines hochrangigen Drahtziehers im Wilderei-Geschäft gemäß Kenias Naturschutzgesetz.

Früher waren die Aktivitäten krimineller Organisationen eher auf einzelne Länder oder Regionen beschränkt. Somit reichte die Festnahme eines einzelnen Drahtziehers wie Feisal teilweise aus, um ein Netzwerk handlungsunfähig zu machen. Heutzutage operieren die Schmugglerringe jedoch international.

Es sind lose verbundene, sehr flexible Netzwerken - bestehend aus kleineren Gruppen oder Kartellen, die über Einfluss und persönliche Beziehungen funktionieren. Mit Hilfe von ausgefeilten Kommunikationsnetzwerken vor Ort und moderner Kommunikationstechnologie sind diese Gruppen in der Lage, große geografische Territorien unter ihre Kontrolle zu bringen und Operationen global zu koordinieren.

Die Arbeit solcher Netzwerke zu durchschauen, ist ein erster wichtiger Schritt, um sie zu bekämpfen und zu zerstören. Dazu bedarf es einer umfassenden Charakterisierung ihrer Strukturen, Elemente und Ziele. Genau dies passiert beim Projekt tenBoma, das der IFAW in Kenia zusammen mit der Naturschutzbehörde Kenya Wildlife Service durchführt.

Im Rahmen von tenBoma werden Informationen aus unterschiedlichen Quellen gesammelt, zusammengeführt und analysiert. So ist es möglich, die Vorgehensweise der Netzwerke transparent zu machen. Dadurch können Muster und Verbindungen analysiert werden, um Beziehungen, Handlungsmöglichkeiten und Schwachstellen im Netzwerk aufzudecken.

Liegen zu den genannten Punkten Erkenntnisse vor, werden diese an die Wildhüter des Kenya Wildlife Service weitergegeben und Ermittlungsteams setzen an den entscheidenden Schnittstellen der Netzwerke an. Dabei werden gezielt die Verbindungen anvisiert, die außer Kraft gesetzt werden müssen, um möglichst wirksam gegen die kriminellen Netzwerke vorzugehen.

Wir beglückwünschen alle Gruppen, die am Fall Feisal mitgewirkt haben, zu diesem großen Erfolg: die Nichtregierungsorganisationen, den Kenya Wildlife Service, die Polizei und Justizbehörde Kenias, die Lusaka Agreement Task Force sowie die Regierung Tansanias und INTERPOL.

Wir sind der Auffassung, dass man ein Netzwerk braucht, um ein Netzwerk zu bekämpfen. Deshalb freuen wir uns jetzt umso mehr, mit Hilfe des tenBoma-Projekts unser Netzwerk gegen die Wilderei weiter auszubauen.

Unser Ziel ist es, alle organisierten Wilderei-Netzwerke in Kenia zu zerschlagen, damit die Lücke, die Feisal hinterlässt, nicht schon bald wieder von jemand anderem ausgefüllt wird. Und damit die kriminellen Netzwerke, deren Kontaktperson er war, nicht länger vom Töten der bedrohter Arten profitieren können.

Faye Cuevas

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