Das Leben meint es gut mit den Nashornkälbern in unserem indischen Rettungszentrum

Es ist ein paar Wochen her, seit das Hochwasser dieses Jahr zurückgegangen ist. Und ein Jahr ist es her, seit der Kaziranga-Nationalpark von der schlimmsten Überschwemmung getroffen wurde, die der indische Bundesstaat Assam seit über einem Jahrzehnt erlebte. Unter den mehr als 100 Wildtier-Notfällen, die wir letztes Jahr zusammen mit unserer Partnerorganisation Wildlife Trust of India vor Ort und in unserem Wildtier-Rehabilitationszentrum (Center for Wildlife Rehabilitation & Conservation, CWRC) versorgten, befanden sich acht verwaiste Nashorn-Kälber. Sie konnten gerettet werden und werden im Zentrum aufgezogen.

Zwei der geretteten Nashornkälber im indischen Rettungszentrum. Foto: © Subhamoy Bhattacharjee / IFAW-WTI

Die Langzeitpflege der acht Nashörner und eines älteren Kalbs war zuerst eine echte Herausforderung für das Team. Doch neben dem unermüdlichen Einsatz der Tierpfleger und Tierärzte des Zentrums war auch die große Unterstützung durch viele weitere Menschen eine immense Hilfe.

„Die geretteten Nashorn-Kälber haben die Menschen so sehr bewegt, dass eine Gruppe von Schülern auf ihr Mittagessen verzichtete, um Muttermilchersatz für die Nashörner zu kaufen“, erzählt Dr. Rathin Barman, Leiter des Zentrums. „Wir sind den Menschen in Assam und allen Helfern sehr dankbar für ihre Unterstützung im vergangenen Jahr.“

Als die Nashornkälber in unser Zentrum kamen, waren sie in einem kritischen Zustand. Nachdem sie sich von den traumatischen Erlebnissen und den Verletzungen erholt hatten, brachten wir sie zunächst in ein kleines Außengehege, um sie an die Umgebung zu gewöhnen. Es dauerte nicht lange, bis sie in größere Gehege umziehen konnten, durch die ein Fluss hindurchfließt. In ihm können sich die Kälber wälzen und spielen – ein wichtiger Bestandteil ihres natürlichen Verhaltens in der Wildnis.

„Die Kälber sind schnell gewachsen“, erzählt Dr. Basumatary, leitender Tierarzt des Zentrums. „Wichtig ist, dass sie hier alle vier Jahreszeiten erleben – zur Gewöhnung an ihren natürlichen Lebensraum. Es war rührend zu sehen, wie sich die jüngeren Kälber im Winter nachts an die älteren drängten, um sich warm zu halten – genauso wie sie es bei ihren Müttern gemacht hätten. Wir sind sehr glücklich, dass sie so gute Fortschritte für ihr späteres Leben in freier Wildbahn machen: Sie spielen im Schlamm - wie in ihrem natürlichen Lebensraum, genießen den Regen oder machen zusammen einen Mittagsschlaf.“

Das Rettungszentrum, das der IFAW gemeinsam mit dem Wildlife Trust of India betreibt, versorgt derzeit zehn Nashornkälber. Die acht Kälber, die im vergangenen Jahr gerettet wurden, haben sich bereits einem älteren Kalb angeschlossen, das im Jahr 2015 gerettet worden war. Ein weiteres, vier bis sechs Monate altes Kalb, wurde in Burhapahar gerettet und erst Anfang des Monats in unser Zentrum gebracht, nachdem es durch die Monsun-Überschwemmung seine Mutter verlor.

Rupa Gandhi Chaudhary

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