Bei Tagung der Walfangkommission steht Japans Walfang im Rampenlicht

Freitag, 21 Oktober, 2016
Hamburg

Am Montag, den 24. Oktober, kommen etwa 80 Mitgliedsstaaten in Portoroz, Slowenien, zur 66. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) zusammen. Der IFAW (International Fund for Animal Welfare) erwartet harte Auseinandersetzungen über den andauernden Walfang Japans, den die dortige Regierung als „wissenschaftlichen Walfang“ deklariert.

Es ist die erste IWC-Konferenz seitdem Japan seinen „wissenschaftlichen Walfang“ im Walschutzgebiet Südpolarmeer wieder aufgenommen hat, obwohl der Internationale Gerichtshof (IGH) diesen in einem historischen Urteil im März 2014 für illegal erklärt und dessen Ende gefordert hatte.

Trotz dieser richterlichen Entscheidung und Analysen von Wissenschaftlern sowie IWC und internationaler Kritik kehrte Japans Walfangflotte 2015/16 wieder in die Antarktis zurück und tötete 333 Zwergwale, darunter über 200 trächtige Weibchen.

„Das Urteil des Internationalen Gerichtshofs war absolut unmissverständlich“, so Dörte von der Reith, Pressesprecherin des IFAW (International Fund for Animal Welfare) in Deutschland. „Japans Entscheidung, sich darüber hinwegzusetzen, hat zu internationalen Protesten geführt. „Wissenschaftlicher Walfang“ ist Etikettenschwindel und nur ein anderer Name für kommerziellen Walfang. Wenn es wirklich um die Erhebung von wissenschaftlichen Daten ginge, sollte man lebende Wale erforschen und nicht tote.“

Der IFAW fordert die Anti-Walfang-Länder auf, sich bei der IWC vehement für mehr Walschutz und gegen den japanischen Walfang einzusetzen und eine Resolution zu unterstützen, die eine bessere Überprüfung des Walfangs unter besonderer Erlaubnis (wie z. B. wissenschaftlicher Walfang) vorsieht. Diese Resolution soll sicherstellen, dass die IWC solche Sondergenehmigungen genau unter die Lupe nimmt und verhindern, dass sich Länder einfach ihre eigenen Freibriefe ausstellen und damit das Walfang-Übereinkommen verletzen.

„Unsere Regierungen können nicht einfach zusehen, wie das sinnlose Abschlachten von Walen weitergeht“, so von der Reith weiter. „Bei dieser entscheidenden IWC-Konferenz muss der Walschutz an erster Stelle stehen, nicht das Töten von Walen. Wir fordern die Mitgliedsstaaten auf, den Druck auf Japan zu erhöhen, mit dieser grausamen und veralteten Praxis ein für alle Mal Schluss zu machen.“

Ferner appelliert der IFAW an die Mitgliedsstaaten, endlich die Einrichtung eines Walschutzgebietes im Südatlantik zu beschließen – das ist bisher stets von den Walfang-Befürwortern verhindert worden.

Viele weitere wichtige Entscheidungen stehen bei dieser richtungweisenden IWC an, so eine ganze Reihe von Anträgen, die Wale vor den verschiedenen Bedrohungen schützen sollen, denen sie ausgesetzt sind. Dazu gehören Kollisionen mit Schiffen, Unterwasserlärm, Meeresmüll, Quecksilber und andere Chemikalien sowie Strandungen.

Weiter wird es Initiativen geben zu Tierschutzfragen in Bezug auf Wale, für Forschung zur Bedeutung von Walen für das Ökosystem Meer und zur Verringerung des unbeabsichtigten Beifangs von Walen und Delfinen in Fischerei-Equipment.

Der IFAW lehnt den Walfang ab, da er grausam und unnötig ist. Es gibt keine humane Art, einen Wal zu töten. Verantwortungsvolles Whalewatching bietet eine humane und ökonomisch sinnvolle Alternative, die besser für die Wale ist und gleichzeitig eine nachhaltige Einkommensquelle für die lokale Bevölkerung bietet.  

IFAW-Experten werden bei der IWC vor Ort sein und stehen für Informationen und Interviews zur Verfügung.

IWC Dokumente finden Sie hier: https://iwc.int/iwc66docs

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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
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Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
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Vizepräsident
Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
Programmdirektor Meeresschutz
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität