Auswilderung bedrohter Amurtiger in Russland

Ein betäubter Amurtiger wird auf die Freilassung vorbereitet
Donnerstag, 22 Mai, 2014
Hamburg

Drei junge Amurtiger wurden heute nach erfolgreicher Rehabilitation im Osten Russlands ausgewildert. Noch nie zuvor wurden gleichzeitig drei der bedrohten Tiere in die Freiheit entlassen. Die heikle Operation führt der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) mit verschiedenen russischen Organisationen und Institutionen durch. Präsident Putin, der das Amurtiger-Rehabilitationsprojekt in Sibirien unterstützt, war bei der Auswilderung anwesend.

„Wenn wir die Amurtiger vor der Ausrottung bewahren wollen, zählt jedes einzelne Tier“, so Maria Vorontsova, Direktorin des IFAW-Russland. „Diese drei Jungtiere wurden in einer Region ausgewildert, in der schon seit Jahren keine Tiger mehr gesichtet wurden und wahrscheinlich ausgestorben sind. Unsere bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass diese Tiere jetzt echte Chancen haben, in der Wildnis zu überleben.“

Die drei Tiger wurden am 20. Mai betäubt, gewogen, gemessen und mit Satellitenhalsbändern ausgestattet. In speziellen Containern transportierte das Team sie zur 1700 km entfernten Auswilderungsstelle in einem Schutzgebiet in der Amur-Region. Ein Tierarzt des IFAW begleitete die Jungtiere während der ganzen Fahrt, um ihren Gesundheitszustand zu beobachten. Per Satellit werden Ranger die Bewegungen der Tiere in Freiheit verfolgen.

Zwei der Tigerwaisen sind Brüder: Borya und Kuzia wurden im November 2012 in der Region Primorje im Südosten Russlands im Alter von etwa vier Monaten aufgefunden. Zusammen mit dem Weibchen Ilona wurden sie in einer Wildtier-Rehabilitationsstation in Alexejewka aufgezogen. Vermutlich waren ihre Mütter von Wilderern getötet worden. Zwei weitere Tiger sollen im Juni ausgewildert werden.

Es gibt heute nur noch ca. 360 Tiger in Russland. Anfang des Jahrhunderts waren es noch über 400. Wilderei, das Schwinden ihres Lebensraums durch Abholzung und Waldbrände sowie der Rückgang ihrer Beutetier-Populationen sind die wesentlichen Bedrohungen für Tiger.

Das vom IFAW unterstützte Amurtiger-Rehabilitationsprojekt entließ vor einem Jahr Tigerin Zolushka in die Freiheit. Das Monitoring zeigt, dass sie sich erfolgreich an die Wildnis anpasst. Während der Rehabilitation wurde jeder Kontakt mit Menschen vermieden.

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