Überschwemmungen in Indien: fünf Nashornkälber in 24 Stunden gerettet

Nachdem der Kaziranga-Nationalpark in Assam an diesem Wochenende zum zweiten Mal in diesem Jahr von verheerenden Überschwemmungen getroffen wurde, brachten wir innerhalb von 24 Stunden zusammen mit unserer Partnerorganisation, dem Wildlife Trust of India (WTI), fünf Nashornkälber im Alter von einer Woche bis sechs Monaten in unser Wildtierrettungszentrum.

Rettung eines Nashornkalbs aus den Fluten in Indien

Das erste Nashornkalb: Haldibari Forest Beat (oben)

Dieses männliche Kalb ist gerade mal eine Woche alt. Es wurde noch mit Nabelschnur gefunden und am frühen Sonntagmorgen von unserem mobilen Tierarztteam und dem Rettungsteam des Kaziranga-Nationalparks vor Ort versorgt.

Das Kalb war in einem äußerst kritischen Zustand, nachdem es von seiner Mutter während des plötzlichen Anstiegs des Wasserspiegels getrennt worden war. In unserem Rettungszentrum wurde es zunächst oral mit Flüssigkeit versorgt, da es stark dehydriert war. Momentan befindet es sich noch immer unter ständiger Beobachtung.

Das zweite Nashornkalb: Baghmari-Gebiet, Bagori-Range

Dieses circa fünf bis sechs Monate alte weibliche Nashornkalb wurde in einem überfluteten Haus in Baghmari gefunden. Unser Rettungsteam brachte es in Sicherheit und – nachdem sein Zustand sich stabilisiert hatte– wurde es zur weiteren Versorgung ebenfalls in unser Rettungszentrum gebracht.

Das dritte Nashornkalb: Mihimukh-Gebiet, Kohora-Range

Das männliche, ebenfalls fünf bis sechs Monate alte Kalb, wurde von unserem Team gerettet, als es in der Nähe des Informationszentrums in Mihimukh im Kaziranga-Nationalpark um sein Überleben kämpfte. Das Kalb wurde mit einem Boot bis zur Straße transportiert und zur weiteren Behandlung ebenfalls ins Rettungszentrum gebracht.

Das vierte Nashornkalb: Agoratoli-Range

Das männliche, knapp zwei Monate alte Nashornkalb wurde vom Forstpersonal der Agoratoli-Range gerettet und am Sonntagabend ins Rettungszentrum überführt.

„Die vier Nashörner, die heute aufgenommen wurden, haben durch das Eingeschlossensein im Hochwasser und die Trennung von ihren Müttern, ein Trauma erlitten“, erklärt Dr. Panjit Basumatary, leitender Tierarzt des Rettungszentrums. „Sie werden jetzt versorgt und rund um die Uhr beobachtet.“

Das Team des Wildtierrettungszentrums bewältigte an einem einzigen Tag 23 Rettungseinsätze. Das Einsatzgebiet erstreckte sich vom südlichen bis zum nördlichen Ufer des überfluteten Brahmaputra-Flusses. Es ist die zweite Hochwasserwelle im Kaziranga-Nationalpark in diesem Jahr. Berichten zufolge sind 85 Prozent des Parks überflutet.

Das fünfte Nashornkalb: Na-Jan-Bereich, Bagori-Range (unten)

Just am nächsten Morgen hatte noch ein weiteres weibliches Nashornkalb im Hinterhof eines Hauses vor dem Hochwasser Zuflucht gesucht. Durch den gemeinsamen Einsatz unseres Rettungsteams und der Kaziranga Forest Authority konnte das kleine Kalb am Montag in unserem Zentrum in Empfang genommen werden.

baby rhino carried by truck from the floods in assam india

Auch von dem im Juli geretteten Nashornkalb gibt es Neuigkeiten

Der Zustand des Nashornkalbs, das während der ersten Hochwasserwelle im Juli 2017 gerettet worden war, hat sich glücklicherweise stabilisiert. Zudem wurde es inzwischen

mit den neun älteren Nashörnern zusammengeführt, von denen acht vor dem Hochwasser im letzten Jahr gerettet worden waren. Es hat sich einem weiblichen Nashornkalb angeschlossen, verbringt die meiste Zeit mit ihm und folgt ihm, wie es dies bei seiner Mutter tun würde.

Zu Beginn vermied das Kalb den Kontakt zu den älteren, aber unter den jüngsten fühlte es sich sicher. Auch hat es begonnen, neben der Spezialmilch frisches Gras zu knabbern. Doch die erfreulichste Entwicklung ist, dass es an derselben Stelle kotet wie die anderen – so wie Nashörner dies in freier Wildbahn tun. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg seiner Rehabilitation.

Das Hochwasser ist in diesem Jahr noch verheerender als 2016. Im letzten Jahr nahm unser Wildtierrettungszentrum während der zweiwöchigen Überschwemmungen acht Nashornkälber auf. Mit den fünf geretteten Kälbern in dieser Saison sind jetzt 14 kleine Nashörner im Wildtierrettungszentrum. Und sie alle benötigen in den nächsten Jahren unsere Unterstützung auf ihrem Weg zurück in die freie Wildbahn.

Rupa Gandhi Chaudhary

Post a comment

Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
Länderdirektorin USA
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
Programmdirektor Meeresschutz
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität