22 Juni 2009
(Madeira) - Heute treffen sich Delegierte von mehr als 80 Ländern zur 61. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC − International Whaling Commission) in Madeira. Der Tagung vorangegangen waren mehrere nicht-öffentliche Treffen einer Arbeitsgruppe, die versuchen wollte, einen Ausweg für die Patt-Situation zwischen den Walfangbefürwortern und den Walschützern zu finden. Die Verhandlungen der Arbeitsgruppe blieben wegen der unnachgiebigen Haltung Japans, Islands und Norwegens ergebnislos.
„Solch ein Kuhhandel widerspricht dem Walfang-Moratorium und anerkannten wissenschaftlichen Vorgehensweisen,“ erklärt Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Länder wie Deutschland, die sich den Walschutz auf die Fahnen geschrieben haben, sollten vielmehr darauf drängen, dass endlich das Walfang-Verbot respektiert wird. Die Zukunft der IWC sind Schutz und Wissenschaft, nicht die Regelung der kommerziellen Jagd.“
1986 trat das Walfang-Moratorium in Kraft. Seitdem hat Japan mehr als 12.000 Wale getötet, unter dem Deckmantel der Wissenschaft. Auch Norwegen und Island ignorieren das Verbot. Island begann erst letzte Woche wieder mit der Jagd auf bedrohte Finnwale.
„Die Großwale unserer Erde sind heutzutage
mehr Bedrohungen ausgesetzt als je zuvor,“ so Sonntag weiter. „Es ist höchste
Zeit, dass der kommerzielle Walfang endlich ein Ende hat.“
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Andreas Dinkelmeyer
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