19 Februar 2009
(Reykjavik) - 250 Wale sollen dieses Jahr in Island erlegt werden. Das kündigte Island Fischereiminister Steingrimur J. Sigfusson gestern am späten Nachmittag an. 100 Zwergwale und 150 der gefährdeten Finnwale stehen nun auf der Abschussliste. Mehrere Länder, darunter Deutschland, die USA und Großbritannien, sowie der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) hatten in den letzten Wochen versucht Island dazu zu bewegen, den Walfang nicht weiter zu führen.
Der IFAW lehnt jeglichen kommerziellen und wissenschaftlichen Walfang ab, da er grausam und unnötig ist. Meinungsumfragen in Island und eine unabhängige wirtschaftliche Untersuchung in dem Land haben gezeigt, dass es in Island nur einen sehr kleinen Markt für Walfleisch gibt. Nur 1,1% der Isländer essen Walfleisch einmal oder öfter in der Woche. Whalewatching hingegen ist eine der größten Touristenmagneten Islands und ist eine humane und lukrative Alternative.
„Die neue Walfangquote ist absurd,“ kommentiert Andreas Dinkelmeyer, IFAW-Wal-Campaigner. „Die Lagerhallen sind voll mit Walfleisch, auch in Japan, dem einzigen Markt für Walfleischexporte für Island. Hinzu kommt, dass die gefährdeten Walarten sich bis heute nicht vom Walfang im großen Stil erholt haben. Island sollte endlich den Walfang beenden.“
Der Walfleisch-Berg in Japan wächst seit einigen Jahren beständig an. Gegenwärtig lagern über 3 000 Tonnen vom sogenannten wissenschaftlichen Walfang Japans in den Gefrierhäusern.
2007 durften in Island neun Finnwale und 30 Zwergwale getötet werden, 2008 hatte der damalige Fischereiminister eine Quote von 40 Zwergwalen erlassen.Für weitere Informationen, Interviews oder Bildmaterial:
Andreas Dinkelmeyer
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