25 Januar 2007
(Brüssel) - Das belgische Parlament hat heute ein nationales Handelsverbot für alle Robbenprodukte einstimmig verabschiedet. Seit Jahren arbeitet der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) europaweit an der Einführung solcher Gesetze.
In Europa ist im vergangenen Jahr die Opposition gegen die kanadische
Robbenjagd gewachsen. Das EU-Parlament forderte die EU-Kommission im September
2006 auf, ein europaweites Handelsverbot auf den Weg zu bringen. Am 19. Oktober
beauftragte der deutsche Bundestag die Regierung, ein nationales Im- und
Exportverbot zu erlassen.
Bisher hat die
Bundesregierung keine Schritte in Richtung auf eine nationale Gesetzgebung
unternommen. Sie will sich stattdessen darauf beschränken, sich auf EU-Ebene für
ein Handelsverbot einzusetzen. Das entspricht jedoch nicht der Forderung des
Bundestags, der eine sofortige nationale Lösung verlangt, da es unter Umständen
Jahre dauern kann, bis eine EU-Regelung in Kraft tritt.
„Die
Bundesregierung ignoriert den Willen des Bundestags und somit den Willen der
Wähler,“ so Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Leiter des deutschen IFAW-Büros.
„Deutschland ist ein wichtiges EU-Land und hat derzeit den Vorsitz im EU-Rat.
Wenn der zuständige Minister Horst Seehofer seinen politischen Auftrag ernst
nimmt, muss er umgehend handeln und dem belgischen Beispiel folgen, um ein
klares Zeichen für Kanada zu setzen. Die Zeit drängt, da jetzt die Quoten für
die nächste Jagd im März festgelegt werden. Dabei spielt die Marktsituation mit
Sicherheit eine wichtige Rolle.“
Für weitere Informationen, Interviews oder Bildmaterial:
Ulrich Schnapauff (IFAW, Germany)
Tel. +040-5554434
E-mail: uschnapauff@ifaw.org
Belgien erlässt als erstes Land der EU ein dauerhaftes Handelsverbot für Robbenprodukte. Damit soll der kanadischen Robbenjagd Einhalt geboten werden. Foto © IFAW/S. Cook












