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Der Mensch-Elefanten-Konflikt

In verschiedenen Gebieten Afrikas und Asiens ist der Konflikt zwischen Elefanten und Menschen ein ernsthaftes Problem. Schlagzeilen wie  "Wilde Elefantenherde tötet…" schüren Ängste. Dorfbewohner greifen zur Selbsthilfe und die bekannte Geschichte von Mensch gegen "Bestie" beginnt von Neuem.  Der IFAW engagiert sich in den betroffenen Regionen von Afrika und Asien, um den Konflikt zwischen Elefanten und umliegenden Gemeinden zu entschärfen.

Die Umstände und die Herangehensweise sind von  Ort zu Ort verschieden: In manchen afrikanischen Ländern unterstützt der IFAW den Bau von Barrieren. Diese sollen Wildtiere  davon abhalten, in menschliche Siedlungen einzudringen aber auch Menschen, in Schutzgebiete zu gehen. In Asien beobachten IFAW-Mitarbeiter Elefanten und deren Verhalten, um Konflikte zwischen Menschen und Elefanten im Vorfeld zu verhindern. Der IFAW ist überzeugt, dass  Lösungen  dem Vorteil beider Seiten, Menschen und Elefanten, dienen sollten.

Probleme angehen

Oft wird angenommen die Konfliktursache sei eine zu hohe Elefantenpopulation oder -dichte, ohne, dass es dafür wissenschaftliche Beweise gäbe. Die Behörden hält das nicht davon ab, Massentötungen oder das Töten sogenannter "aggressiver Einzelgänger" zu genehmigen. Solche Fälle machen deutlich, dass wir umfassende Daten und Informationen sammeln müssen, um solch fatale Entscheidungen zu verhindern. Schulungen von Rangern ermöglichen ihnen einen effektiven, möglichst humanen und ökologisch sinnvollen Umgang mit Elefant-Mensch-Konflikten. Die Zusammenarbeit von Rangern, Wissenschaftlern und Entscheidungsträgern ermöglichen ein besseres Verständnis davon, wie Elefanten ihren Lebensraum wählen und nutzen. Nur dadurch können Verantwortliche fundierte und ethisch vertretbare Entscheidungen zu einem guten Elefantenmanagement treffen.  In anderen Fällen ist es sinnvoll, sich vor Ort mit Gesetzeshütern, Parkrangern und Bauern zusammen zu schließen. Gemeinsam kann ein umfassendes Monitoring entwickelt, Verhaltensstudien begonnen und einzelne Elefanten beobachtet werden. Wenn das Bewußtsein für diese Maßnahmen bei Behörden wächst, können wir intelligente Lösungen anregen.

Schwerpunkte verändern

Anstatt sich auf Symptome zu konzentrieren - wie die angebliche Elefantenüberpopulation - sollten die Ursachen erforscht werden. Warum trampeln diese meist friedliebenden Tiere aufgewühlt durch Gemeinden und bewohnte Gegenden? Warum reagieren sie gewalttätig? Diese Themen müssen  international angegangen werden und finden nun auch endlich die Aufmerksamkeit der Medien.

Genauer betrachtet ist das Verhalten der Elefanten gar nicht so abwegig. Häufig zeigt sich, dass auffällige Elefanten Massentötungen miterlebt haben oder durch Wilderei zu Waisen wurden. Beschäftigt man sich genauer mit den individuellen Lebensgeschichten, zeigt sich sehr häufig, dass sie miterleben mussten, wie ihre gesamte Familie abgeschlachtet wurde. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse vertreten die Theorie, dass solche Elefanten Symptome eines posttraumatischen Stress-Syndromes zeigen. Hätten Menschen Erfahrungen dieser Art gemacht, lägen solche Deutungen auf der Hand. Solche Erkenntnisse müssen in die Ursachenbekämpfung  des Elefanten-Mensch-Konflikt einfließen. Dann können auch tragfähige Lösungen gefunden werden.

ÜBER DIE GRENZEN HINWEG

Der Raum den Elefanten nutzen können schrumpft ständig durch Zerstörung ihres Lebensraums aber auch durch Park- und Landesgrenzen.  In schlecht geführten Gebieten mag es auch zu einer Elefantenüberpopulation gekommen sein. Aber erst die behördliche Festlegung von Schutzgebietsgrenzen und dadurch das Begrenzen der Tiere auf so eine Umgebung bringt das Thema Jagd und Massentötungen aufs Tablett. Menschen müssen aufmerksam und verständnisvoll gegenüber den um sie lebenden Elefanten sein. Siedler müssen prüfen, ob sie zu sehr in den Lebensraum von Elefanten vordringen. Ist dem so, sollte die Besiedelung überdacht werden. Die Probleme mit Elefanten entwickeln sich überwiegend aus dem Umstand, dass Menschen bei der Nutzung von Land die Elefanten und deren Lebensraum nicht in ihre Überlegungen mit einbezogen haben. Es müssen Lösungen gefunden werden, die sowohl gegenwärtig, als auch zukünftig anwendbar sind. Der IFAW, sowie anerkannte Wissenschaftler und Umweltschützer schlagen zum Beispiel grenzüberschreitende Wildtier-Wanderkorridore oder sogenannte "Megaparks für Metapopulationen" vor. Solche Lösungen werden in einigen Regionen in Südafrika bereits durch Peace Parks und grenzüberschreitende Schutzbereiche angewendet.
Mit dem Überschreiten mehrerer Landesgrenzen wird der Raum für Wanderungen und damit der Lebensraum wesentlich ausgeweitet. Einige afrikanische und asiatische Regierungen führen solche Strategien bereits ein.  Nach  Meinung des IFAW ist dies für den Elefantenschutz der beste Weg.

Die Vielzahl an Konflikten zwischen Menschen und Elefanten wird nicht über Nacht verschwinden. Die Zukunft für Elefanten und  Menschen kann allerdings viel besser aussehen , wenn die Ursachen der Konflikte beseitigt und lokal angepasste Strategien entwickelt werden. 

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Wilde Elefanten queren eine Straße in Indien.
Foto © WTI/Ramakri Shnan