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Inakzeptabel und unmenschlich: die kanadische Robbenjagd

„Die kanadische Regierung behauptet steif und fest, dass die Robbenjagd eine Tierverwertung wie jede andere sei. Sie ist der Ansicht, dass die Jagd zwar nicht schön sein mag, aber im Grunde würde auf dem Eis nichts anderes passieren als in einem Schlachthof. Der einzige Unterschied sei, dass das Schlachten auf dem Eis nicht hinter verschlossenen Türen stattfindet. Ich habe allerdings unglaubliches Leid beobachten müssen. Nirgendwo auf der Welt würde diese Vorgehen toleriert werden.“      
                         Ian Robinson, britischer Veterinär

Zwei unabhängige Veterinärberichte dokumentieren die Robbenjagd 2001. Einer der Berichte wurde von der kanadischen Regierung in Auftrag gegeben. Beide Berichte belegen zahlreiche Beispiele, in denen Tiere erschlagen oder erschossen wurden, jedoch nicht sofort bewusstlos waren.

Die Untersuchungen dokumentieren außerdem, dass jedes Jahr viele Robben an Haken über das Eis geschliffen werden, während sie noch bei Bewusstsein sind. Zum Teil sind sie sogar noch am Leben, wenn sie die Boote der Robbenjäger erreichen.

Die unabhängigen Veterinäre kamen zu folgenden Ergebnissen:

  • 79% der Robbenjäger prüften nicht nach, ob ein Tier auch wirklich tot war, bevor sie es häuteten.
  • Bei 40% aller Tötungen musste ein Jäger auf Robben noch ein zweites Mal einschlagen - vermutlich, weil sie nach dem ersten Schlag oder Schuss noch nicht tot waren.
  • 42% aller getöteten Robben wiesen nur geringfügige oder gar keine Knochenbrüche im Schädelbereich auf, was mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hinweist, dass sie zum Zeitpunkt der Häutung noch bei Bewusstsein waren.

Mehr als 660 mutmaßliche Verstöße auf Video dokumentiert

Der IFAW hat auf Video dokumentiert, dass es zu mehr als 660 mutmaßlichen Verstößen gegen gesetzlichen Auflagen der kanadischen Fischereibehörde gekommen ist. So wurde beobachtet, wie Tiere bei lebendigem Leib gehäutet oder ausgeblutet wurden, wie tote und sterbende Tiere aufeinander geschichtet wurden, wie Jäger lebende Robben an Stahlhaken über das Eis zogen und wie angeschossene Robben einem qualvollen Tod überlassen wurden. Bis heute wurde seitens der kanadischen Regierung noch auf keinen einzigen dieser Punkte mit einer Anklage reagiert.

Die Fischereibehörde hat ihren Willen bekräftigt, neue Vorschriften für die ihrer Meinung nach kritischen Punkte bei der Robbenjagd zu erlassen. Der IFAW ist jedoch der festen Überzeugung, dass es unmöglich ist, die kommerzielle Jagd zu kontrollieren. Unberechenbare Wetter- und Eisbedingungen sowie die Schwierigkeiten, die dabei entstehen, wenn eine große Anzahl von wilden Tieren sehr schnell getötet wird, werden immer wieder zu grausamen Misshandlungen führen.