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Wölfe in Polen: Verbreitung und Ökologie

Die Verbreitung der Wölfe in Zahlen
Der größte Teil der polnischen Wolfspopulation lebt in nordöstlichen, östlichen und südlichen (Karpaten) Teilen des Landes. Diese Wölfe gehören zum festen Bestandteil der osteuropäischen Dauerpopulation. In den riesigen Wäldern im Westen Polens, nahe der deutsch-polnischen Grenze, leben derzeit nur einige wenige Tiere, die keine stabile Populationen bilden.

Nach einer letzten Wolfsbestandaufnahme im Jahre 2001, der Wolf National Inventory (Jedrzejewski et al. 2002b), wird die Anzahl der Wolfsrudel auf etwa 110 geschätzt, insgesamt besteht die Population aus etwa 550 Tieren.
 
Das größte Rückzugsgebiet der polnischen Wölfe sind die Berge und Hügel der Karpaten, die etwa 200 Tiere beherbergen. Diese Population hält sich teilweise auch in der Slowakei und in der Ukraine auf. Andere Wolfsgebiete sind weite Wälder im Nordosten des Landes. Hier leben etwa 160-190 Wölfe. Manche Territorien reichen auch bis nach Russland und Weißrussland.
 
Ökologie der Wölfe in Polen
Nach einer polnischen Studie besteht ein Wolfsrudel durchschnittlich aus vier Tieren. Das Territorium eines Rudels erstreckt sich über eine Fläche von etwa 200-300 km² im Flachland (Okarma et al. 1998b) und 100km² in den Bergen (Smietane und Wajda 1997, Nowak und Myslajek unveröff.).

Der Hauptanteil polnischer Wälder sind Nutzwälder. Die Population der Huftiere setzt sich hier wie folgt zusammen: 60-80% Rehe, 15% Rotwild sowie 5-20% Wildschweine. Rehe, Rotwild und Wildschweine spielen für den Nahrungsplan der Wölfe die Hauptrolle. Der Bestand der Huftiere hängt jedoch auch von örtlichen Bedingungen, wie Jahreszeit und Futterquellen ab.
 
Wilde Huftiere machen 95% der Nahrung von Wölfen aus. Der Beitrag von Rehen und Wildschweinen zur Ernährung des Wolfes ist allerdings kleiner als erwartet. Polnische Studien haben gezeigt, dass Wölfe bevorzugt Rotwild erbeuten. Im Wald von Bialowieza töten Wölfe jedes Jahr etwa 15% der Rotwild-Population und etwa 5% der Wildschwein-Population (Jedrzejewski et al. 2000). Nur 2 – 3% ihrer Nahrung besteht aus Nutztieren. Unter den mittelgroßen Säugetieren sind nur der Feldhase und der Biber als Beute wichtig, sie machen ein paar Prozent der Nahrung aus.
 
Mit Analysen von Beuteresten und Kot kann die Art der erbeuteten Tiere ermittelt werden. Dabei fand man heraus, dass Wölfe häufig junge und weibliche Rotwild-Tiere erbeuteten (Okarma 1991, Jedrzejewski et al. 1992, Pieruzek-Nowak 2002). Auch bei männlichem Rotwild und Wildschweinen wurden die Jungtiere öfter getötet als ältere (Jedrezejewski et al. 1992). Die Selektion von weiblichem Rotwild und jungen Beutetieren wurde in den Beskidy Bergen nachgewiesen (Pieruzek-Nowak 2002), während in anderen Regionen Wölfe ohne Selektion Rotwild jedes Alters und Geschlechts töteten (Okarma et al. 1995).
 
Innerhalb einer Woche reißt ein Wolfsrudel etwa drei Huftiere verschiedener Größe. Der Nahrungskonsum eines Wolfes beträgt durchschnittlich etwa 5,5 Kilogramm pro Tag (Jedrzejewski et al. 2000). Wölfe fressen ihre Beute sehr schnell. So kann ein mittelgroßes Rudel ein ausgewachsenes Rotwild innerhalb von anderthalb Tagen verzehren.
 
Die regionale Dichte von Huftieren wird einerseits durch das Nahrungsangebot begrenzt. Andererseits können auch Wölfe die Anzahl der Huftiere in den Wäldern beeinflussen. Populationen und Wachstumsrate von Rot- und Rehwild können begrenzt beziehungsweise auch verringert werden. Diese natürliche Regulation ist sehr positiv, denn eine zu hohe Wildtierdichte würde zu einem verstärkten Nahrungswettbewerb führen, welches wiederum zu einer Verschlechterung des Zustandes der Tiere führen würde.

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In Polen leben derzeit noch etwa 550 Wölfe.
Foto © IFAW


Aktuelle Verbreitung von Wölfen in Polen 2002.
Foto © IFAW / S.Nowak