Durch die Verfolgung und Beunruhigung durch den Menschen sind Wölfe in der Regel sehr scheue Tiere und suchen frühzeitig das Weite, sobald sie einen Menschen bemerken.
Nahrungssuche
Aus
diesem Grund sind Wölfe auch dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie in
versteckten Lagern in dichter Vegetation und gehen in den frühen Morgen-
und Abendstunden auf Nahrungssuche. Die Zusammensetzung der Wolfsnahrung
ist abhängig von den Jahreszeiten. So ist sie im Sommer abwechslungsreicher als
in den Wintermonaten. Sie reicht von Mäusen bis zu Rehen und Hirschen, wobei
Huftiere den Hauptbestandteil ausmachen.
Wolfsrudel
= Wolfsfamilie
Wölfe
leben meist in Rudeln. In Nordamerika umfasst das Territorium eines Rudels bis
zu 1.000 km², in Polen etwa 200 bis 300 km² im Flachland und etwa 100 km² in den
Gebirgen. Die Größe des Rudels hängt unter anderem von den Beutetieren ab: je
größer die bevorzugte Beute, desto größer das Rudel. In Polen beträgt die
durchschnittliche Zahl von Wölfen in einem Rudel 3 bis 5 Individuen. (aus: Der
Naturschutzbund WOLF: Wolfsschutz in Polen, 2002).
Ein Wolfsrudel ist eine
Familie, bestehend aus den Elterntieren, den Welpen vom Vorjahr (Jährlinge)
sowie den Welpen vom aktuellen Jahr, die im Frühjahr geboren werden. Die
Jährlinge helfen bei der Aufzucht ihrer jüngsten Geschwister. Wilde Jungwölfe
werden meist nach zwei bis drei Jahren geschlechtsreif und pflanzen sich aber
frühestens im dritten (Weibchen) beziehungsweise im vierten Lebensjahr
(Männchen) fort. Die Tragzeit dauert ungefähr zwei Monate, bevor in der Regel
drei bis sechs Welpen meist in einem unterirdischen Bau geworfen
werden.
Wolfsgeheul und andere
Kommunikation
Wölfe kommunizieren mit Hilfe von Mimik,
Gestik, Gerüchen und Lauten miteinander. Da alle Hunderassen direkt vom
Wolf abstammen, sind uns einige Verhaltensweisen bekannt. Doch der Wolf besitzt
im Vergleich zu Hunden ein viel größeres Repertoire – so zum Beispiel sehr
vielfältige Lautäußerungen, die weit über das Jaulen, das wir von Hunden kennen,
hinausgehen. Mit Heulgesängen verständigt sich ein Rudel über große Distanzen.
Einzeln wandernde Wölfe können so zu ihrem Rudel zurück oder auch zueinander
finden, um dann mit einem fremden Partner ein neues Rudel zu
gründen.
Wolfswanderungen
Bei
nächtlichen Streifzügen kann ein Rudel bis zu 50 Kilometer zurücklegen. Der
gesamte Aktionsraum eines Rudels hängt sehr stark vom Nahrungsangebot und der
Nahrungsverfügbarkeit ab. Darüber hinaus unternehmen (meist noch nicht
fortpflanzungsfähige) Einzeltiere gelegentlich auch längere Wanderungen. Sie
laufen durchschnittlich 18 bis 28 Kilometer an einem Tag, können bei Verfolgung
auch bis zu 200 Kilometer zurücklegen. Die meisten Tiere, die aus ihrem Rudel
abwandern, sind Jährlinge und oftmals Männchen. So waren zum Beispiel alle
zwischen 1980 und 1990 in Ostdeutschland erlegten Wölfe Rüden.














