Die Wölfe kommen zurück
Wölfe in Deutschland
Die systematische Bejagung der Wölfe erfolgte in Deutschland seit ungefähr 1650. Der letzte frei lebende Wolf wurde im Jahre 1904 südlich von Neustadt/Spree (Sachsen) erlegt. Einzelne Wölfe, die in späteren Jahrzehnten immer wieder aus Polen einwanderten, wurden ebenfalls gejagt und getötet. Erst seit 1990 stehen Wölfe in Deutschland unter strengem Schutz.
Nun kehren die Tiere allmählich in ihr früheres Verbreitungsgebiet zurück. Im Frühjahr 2000 wurden im Nordosten Sachsens nahe der polnischen Grenze auf einem Truppenübungsplatz erstmals in Deutschland wieder Wolfswelpen geboren. Inzwischen konnten sich fünf Rudel in dieser Region etablieren. Im angrenzenden südlichen Brandenburg leben seit 2009 ein Rudel sowie seit ein paar Jahren ein Wolfspaar. Aber auch in anderen Regionen Brandenburgs und weiteren Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen oder Hessen werden regelmäßig einzelne Wölfe nachgewiesen. In Sachsen-Anhalt gibt es sogar seit Frühjahr 2009 ein weiteres Wolfsrudel in der Region Altengrabow/Fläming. Leider wurde der Rüde dieser Wolfsfamilie Opfer eines illegalen Abschusses durch einen Jäger, so dass deren Zukunft sehr ungewiss ist.
In der Lausitz kamen in den gegründeten Rudeln bisher jedes Jahr Welpen zur Welt. Mehr als 100 Tiere wurden zwischen 2000 und 2009 geboren. Die meisten dieser Tiere sind abgewandert, denn im zweiten Lebensjahr – nach Erreichen der Geschlechtsreife – verlassen Jungwölfe ihre Familie und begeben sich auf die Suche nach einem eigenen Revier., Dies tun sie in den angrenzenden Bundesländern oder in Polen. Eine vom Bundesamtes für Naturschutz (BfN) beauftragte aktuelle Studie zeigt, dass ein sächsischer Wolf im Jahr 2009 sogar bis Weißrussland gewandert ist.
Gefährdung
Nach wie vor werden Wölfe in vielen Ländern Europas durch den Menschen getötet. Die direkte Verfolgung durch Abschuss, Gift oder Fallenfang ist heute zwar fast überall verboten, doch Wilderei kommt immer wieder vor und ist nur schwer aufzudecken. In unserer stark zersiedelten Kulturlandschaft passiert es zudem allzu oft, dass Wölfe im Straßenverkehr zu Tode kommen.
Ein friedliches Zusammenleben von Wolf und Mensch ist möglich
Wölfe sind ein ursprünglicher Bestandteil unserer Landschaft und ein Indikator für eine intakte Natur. Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland ist jedoch nicht konfliktfrei, denn Wölfe können vereinzelt Nutztiere reißen. Zudem fühlen sich manche Menschen durch die Anwesenheit von Wölfen bedroht – wenn auch völlig unbegründet. Dennoch ist eine Koexistenz von Wölfen und Menschen möglich.
Es ist das Ziel des IFAW, die Öffentlichkeit von einem friedlichen Miteinander zu überzeugen. Hierfür ist ein sachlicher Umgang mit dem Thema enorm wichtig. Die Akzeptanz für den Wolf ist zwar mittlerweile gestiegen, aber es bedarf noch viel Aufklärungsarbeit, um bestehende Vorurteile abzubauen.
Lasst Wölfe heulen
Mit ihrer Hilfe können wir es schaffen, dass Wölfe dauerhaft in Teilen Deutschlands heimisch werden. Unterstützen Sie die Arbeit des IFAW, damit schon bald noch mehr Wölfe in unseren Wäldern heulen können.
Welpe aus dem Nochtener Rudel. Foto © Sebastian Koerner
Neueste Nachrichten
Wölfe bekommen auch in 2010 erfolgreich Nachwuchs in Deutschland und Westpolen.
Die bereits bekannten Wolfsrudel in der sächsischen und brandenburgischen Lausitz (6) sowie in Sachsen-Anhalt (1) haben auch in diesem Jahr wieder erfolgreich Nachwuchs bekommen. Die genaue Anzahl der diesjährigen Welpen ist allerdings noch nicht bekannt. Um dies zu klären, gehen in den nächsten Monaten Yvette Krummheuer und das Wildbiologische Büro LUPUS weiter auf Spurensuche und sammeln wissenschaftliche Belege, unterstützt vom IFAW.
Erfreulich ist auch die Entwicklung des Wolfbestandes in Westpolen, nahe der deustch-polnischen Grenze. Die polnische Naturschutzorganisation Association for Nature Wolf (AfN Wolf) konnte mithilfe des IFAW bei mindestens sechs Wolfsrudeln Nachwuchs feststellen, darunter bei einem neuen Rudel im Dolnośląskie Wald, ca. 35 Kilometer östlich der deutsch-polnischen Grenze.
Auf Spurensuche: Yvette Krummheuer in der Lieberoser Heide. Foto © IFAW











