Die Wölfe kommen zurück
Wölfe in Sachsen und Brandenburg
Die systematische Bejagung der Wölfe erfolgte in Deutschland seit ungefähr 1650. Der letzte frei lebende Wolf wurde im Jahre 1904 südlich von Neustadt/Spree (Sachsen) erlegt. Einzelne Wölfe, die in späteren Jahrzehnten immer wieder aus Polen einwanderten, wurden ebenfalls gejagt und getötet. Erst seit 1990 stehen Wölfe in Deutschland unter strengem Schutz.
Nun kehren die Tiere allmählich in ihr früheres Verbreitungsgebiet zurück. Im Frühjahr 2000 wurden im Nordosten Sachsens nahe der polnischen Grenze auf einem Truppenübungsplatz erstmals in Deutschland wieder Wolfswelpen geboren. Inzwischen konnten sich fünf Rudel in dieser Region etablieren. Auf brandenburgischer Seite (Zschornoer Wald) lebt seit ein paar Jahren ein Wolfspaar. Aber auch in anderen Regionen Brandenburgs und weiteren Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen oder Hessen werden regelmäßig einzelne Wölfe nachgewiesen.
In den gegründeten Rudeln kamen bisher jedes Jahr Welpen zur Welt. Mehr als 80 Tiere wurden zwischen 2000 und 2008 geboren. Die meisten dieser Tiere sind abgewandert, denn im zweiten Lebensjahr – nach Erreichen der Geschlechtsreife – verlassen Jungwölfe ihre Familie und begeben sich auf die Suche nach einem eigenen Revier.
Auf Wanderschaft
So kommt es in letzter Zeit vermehrt zu Sichtungen von Wölfen außerhalb Sachsens und Brandenburgs. In Mecklenburg-Vorpommern wurden beispielsweise mehrfach Wölfe über Spuren, Losungen oder Fotos nachgewiesen. In Niedersachsen hielt sich 2007 über einen längeren Zeitraum ein einzelner Wolf im Landkreis Uelzen auf. Im Kreis Lüchow-Dannenberg wurde im Dezember 2007 ein Wolfsrüde von Jägern getötet. In Schleswig-Holstein und Bayern wurde 2007 jeweils ein Wolf überfahren. Im Mai 2008 tauchte der erste Wolf in Hessen auf.
Gefährdung
Nach wie vor werden Wölfe in vielen Ländern Europas durch den Menschen getötet. Die direkte Verfolgung durch Abschuss, Gift oder Fallenfang ist heute zwar fast überall verboten, doch Wilderei kommt immer wieder vor und ist nur schwer aufzudecken. In unserer stark zersiedelten Kulturlandschaft passiert es zudem allzu oft, dass Wölfe im Straßenverkehr zu Tode kommen.
Ein friedliches Zusammenleben von Wolf und Mensch ist möglich
Wölfe sind ein ursprünglicher Bestandteil unserer Landschaft und ein Indikator für eine intakte Natur. Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland ist jedoch nicht konfliktfrei, denn Wölfe können vereinzelt Nutztiere reißen. Zudem fühlen sich manche Menschen durch die Anwesenheit von Wölfen bedroht – wenn auch völlig unbegründet. Dennoch ist eine Koexistenz von Wölfen und Menschen möglich.
Es ist das Ziel des IFAW, die Öffentlichkeit von einem friedlichen Miteinander zu überzeugen. Hierfür ist ein sachlicher Umgang mit dem Thema enorm wichtig. Die Akzeptanz für den Wolf ist zwar mittlerweile gestiegen, aber es bedarf noch viel Aufklärungsarbeit, um bestehende Vorurteile abzubauen.
Lasst Wölfe heulen
Mit ihrer Hilfe können wir es schaffen, dass Wölfe dauerhaft in Teilen Deutschlands heimisch werden. Unterstützen Sie die Arbeit des IFAW, damit schon bald noch mehr Wölfe in unseren Wäldern heulen können.
Welpe aus dem Nochtener Rudel. Foto © Sebastian Koerner
Neueste Nachrichten
Wölfe bekommen Nachwuchs
In der sächsischen Lausitz leben derzeit fünf Wolfsrudel. In allen wurden im vergangenen Jahr erfolgreich Welpen geboren und großgezogen. Die Aussichten sind gut, dass dort auch in diesem Frühjahr wieder zahlreiche Welpen das Licht der Welt erblicken.
Im angrenzenden Südosten Brandenburgs, im Zschornoer Wald, lebt nach wie vor ein Wolfspaar. Jetzt im Frühjahr stellt sich die spannende Frage, ob es ihm dieses Jahr erstmalig gelingt, erfolgreich Nachwuchs zu bekommen. Um dies zu klären, unterstützt der IFAW wissenschaftliche Beobachtungen, die die Diplom-Ingenieurin Yvette Krummheuer sowie das Wildbiologische Büro LUPUS in den nächsten Monaten durchführen werden.
Auf Spurensuche: Yvette Krummheuer in der Lieberoser Heide. Foto © IFAW












