Seuchenprävention in der Navajo-Nation

Die Krise der Überpopulation von Tieren ist in der Navajo-Nation allgegenwärtig. Die größte Indianerreservation Nordamerikas erstreckt sich mit einer Fläche von 55 900 Quadratkilometern über den Nordosten von Utah, den Südwesten von Colorado, den Nordosten von Arizona und den Nordwesten von Neumexiko. Jedes Jahr sterben dort unzählige Tiere aufgrund ihrer übermäßigen Vermehrung und die Bevölkerung leidet unter Angriffen von Rudeln aus streunenden Tieren. Dabei ist die Gefahr von Verletzungen und Tollwutansteckungen groß.

Die meisten der 210 000 Einwohner der Navajo-Nation leben von sehr geringen Einkommen. Haustierhalter können sich daher einen Besuch bei einem der wenigen Tierärzte in der Gegend nicht leisten. Die Navajo-Nation erstreckt sich über eine riesige Fläche und in einem Großteil des Gebiets gibt es überhaupt keine Möglichkeit zu Kastration oder anderweitiger medizinischer Krankheitsvorsorge für Haustiere.
 
Auf 26 000 Quadratmeilen gibt es nur vier tierärztliche Einrichtungen, die sich um Streuner kümmern und weil es generell an finanziellen Mitteln fehlt, sind diese Einrichtungen nur dürftig ausgestattet. Sie verfügen lediglich über eine begrenzte Menge an Impfstoffen gegen Tollwut sowie über geeignete Gerätschaften zur Behandlung von tollwütigen oder aggressiven Tieren.
 
Wichtige Impfstoffe gegen Seuchen wie das canine Parvovirus, Hundestaupe und Hepatitis fehlen gänzlich und die Durchführung von Kastrationen sind ebenso nicht möglich. Die logische Konsequenz daraus ist eine explodierende Tierpopulation und eine steigende Anzahl von Tieren mit übertragbaren Krankheiten. Die Folgen dieser Überpopulation sind bei weitem nicht allein auf Tierhalter beschränkt, das Problem betrifft die gesamte Bevölkerung der Navajo-Nation. Hält man die rasante Vermehrung der Tiere durch Kastration auf und stärkt man gleichzeitig das Verantwortungsbewusstsein der Tierhalter, ist die Bevölkerung nicht mehr der Gefahr ansteckender Krankheiten oder Angriffen durch Tiere ausgesetzt und die Tiere selbst sterben letztendlich nicht mehr an vermeidbaren Krankheiten, durch Verhungern oder durch Vernachlässigung.