Japan missbraucht Buckelwale für politische Zwecke

Freitag, 14 November, 2008
Hamburg
Mit dem leicht zu durchschauenden Versuch, für gutes Wetter bei den Gesprächen mit der IWC (Internationale Walfang-Kommission) zu sorgen, hat Japan die Buckelwale wieder von Ihrer Walfangliste gestrichen. Trotzdem wird Japan in dieser Saison nach wie vor an die 1000 Wale in einem Gebiet jagen, das als Walschutzgebiet ausgewiesen ist.  Darunter sind auch die in ihrem Bestand als  gefährdet eingestuften Finnwale.

Durch einen Reformationsprozess zielt die IWC darauf ab, die jahrelange Blockade im verhärteten Prozess zwischen Gegnern und Befürwortern der Waljagd aufzulösen. Das nächste nicht-öffentliche Treffen der IWC beginnt am 08. Dezember in England.

„Die japanische Regierung versucht,  politisch besser da zu stehen, indem sie die Buckelwale von der Liste streicht. Aber das einzig glaubwürdige Signal guten Willens würde Japan zeigen, wenn es dieses Jahr komplett auf den Walfang verzichtet“ sagt Dr. Ralf Sonntag, Direktor des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) in Deutschland. „Auf der einen Seite nimmt Japan an den Gesprächen über die Zukunft der IWC teil, auf der anderen Seite boykottiert Japan den Prozess, indem es eine Walfangflotte aussendet, um Wale zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken in einem geschützten Gebiet zu töten“.

Japans Walfang-Flotte läuft üblicherweise Mitte November aus und der Auftakt der Waljagd wird traditionell von großen Feierlichkeiten begleitet. In diesem Jahr will Japan auf diese Feiern verzichten, um damit demonstrativ darauf hinzuweisen, dass das Land guten Willens ist und seine umstrittene Walfangquote  niedriger halten will.

Analysen unabhängiger Experten von internationalen Kommissionen haben jedoch wiederholt ergeben, dass Japans so genannter wissenschaftlicher Walfang einen Missbrauch verschiedener internationaler Gesetze und Konventionen darstellt und sowohl die Regularien der IWC, als auch die von CITES (Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen) bricht.

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