Norwegische Regierung subventioniert Robbenjagd und vernichtet gleichzeitig Felle

Mittwoch, Juni 7, 2006
Oslo
Die norwegische Regierung bringt sich in Erklärungsnot: Im Frühjahr zahlte sie 300.000 Euro Subvention an die Halter von zwei Fischerbooten – als Anreiz zum Töten von 10.000 Sattelrobben. Jetzt wurde bekannt, dass dieselbe Regierung an die Firma Rieber in Tromsö 180.000 Euro auszahlt, damit sie die 10.000 Felle vernichtet.
„Ein eindringliches Lehrbeispiel für die verfehlte Politik der norwegischen Regierung im Umgang mit der Natur: kostspielig, sinnlos - und tödlich für 10.000 Meeressäuger,“ kommentiert der Meeresbiologe Dr. Ralf Sonntag, Leiter von IFAW Deutschland (Internationaler Tierschutz-Fonds). 
 
Den Skandal deckte die Zeitung „Fiskaren“ auf. Sie berichtet zugleich über den Fall eines Händlers, der die Felle gern erworben hätte, aber abgewiesen wurde.
 
Die norwegische Fischereiministerin Helga Pedersen erklärte, der Hauptzweck der Subvention der Robbenjagd sei es, „das ökologische Gleichgewicht zu verbessern und die Fischbestände anwachsen zu lassen.“ Ein anderes Ziel sei es, Robbenprodukte wie Fell, Fleisch und Fett als lohnende Ware zu nutzen. Der Markt habe sie aber nicht haben wollen.
 
Insgesamt 150 Tonnen Robbenprodukte, unter ihnen die 10.000 Felle, werden jetzt durch verbrannt. Im Jahr 2002 hat Norwegen, um Platz in den Kühlhäusern zu schaffen, 30 Tonnen Walfleisch verbrennen lassen.

Post a comment

Pressekontakt

Ulrich Schnapauff (IFAW, Germany)
Telefon:
+040-5554434
E-Mail: