Gegen illegalen Elfenbeinhandel: eBay ändert Grundsätze

Dienstag, Mai 30, 2006
Hamburg
Auf Initiative des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) verschärft der weltweite Online-Marktplatz eBay seine Richtlinien zum Handel mit Elfenbein. Recherchen des IFAW haben ergeben, dass Internetbörsen Schlupflöcher für den illegalen Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen bieten.
Die Untersuchungen belegen zahlreiche Verstöße gegen geltende Artenschutzbestimmungen und zeigen, dass die bisherige Kontrolle des Online-Handels nicht ausreicht. Daher erarbeiten der IFAW, eBay, das Zollkriminalamt und das Bundesamt für Naturschutz derzeit gemeinsam Maßnahmen, um diese illegalen Geschäfte zu stoppen.

Besonders häufig tauchen Verstöße beim Elfenbeinhandel auf. Seit Mai 2005 entdeckte der IFAW bei Stichproben ca. 300 Elfenbein-Angebote pro Tag, von denen 95 Prozent vermutlich illegal sind – und das, obwohl der Handel in Deutschland grundsätzlich verboten ist. Solche Artikel dürfen nur in streng geregelten Ausnahmefällen angeboten werden.

eBay hat nun seinen Grundsatz „Tiere, Tierartikel und geschützte Pflanzen“ um eine gesonderte Regelung ergänzt. Seit dem 29. Mai 2006 müssen alle Elfenbein-Angebote Dokumente beinhalten, die zweifelsfrei ihre Legalität nachweisen. Früher genügte schon die Aussage, die Papiere seien vorhanden.

Der IFAW begrüßt diese Maßnahme als richtigen ersten Schritt. „Die enorme Nachfrage nach Elfenbein stellt eine der größten Bedrohungen für Elefanten dar. Erst Anfang Mai beschlagnahmten Zollbeamte in Hongkong 3,9 Tonnen Elfenbein bedrohter afrikanischer Elefanten. Um jeden Missbrauch zu vermeiden, streben wir daher langfristig ein generelles Handelsverbot für Elfenbein-Produkte an – also auch im Internet“, so Peter Pueschel, Projektleiter des IFAW.

Die neuen Richtlinien finden Sie hier: http://pages.ebay.de/help/policies/wildlife.html

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Pressekontakt

Dörte von der Reith (IFAW, Germany)
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