Harpunierter Wal erleidet qualvollen Tod

Donnerstag, Januar 5, 2006
Hamburg/London
 Einen harpunierten Wal, der neben einem japanischen Walfang-Schiff um sein Leben kämpft, zeigt ein dem Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) zur Analyse vorliegendes Video.
Der IFAW begutachtet Szenen, die Greenpeace in den letzten Tagen im Südpolarmeer filmte. Japanische Boote machen dort im Schutzgebiet Antarktis Jagd auf Wale. Die Bilder liefern eindeutige Beweise für die Grausamkeit des Walfangs und insbesondere den langen Todeskampf der Tiere.

IFAW-Wissenschaftler und Wal-Experte Vassili Papastavrou sichtete das Material: „Greenpeace sagte uns, dass es zehn Minuten dauerte, bis dieser Wal starb. Das Video zeigt, dass er an einer Leine der Harpune hängt, aber er scheint nicht in einem lebenswichtigen Organ getroffen zu sein. Eine Zeit lang sieht man den Wal hektisch an der Oberfläche atmen. Er wird dann an der Schwanzflosse zum Schiff hochgezogen, lebt aber eindeutig noch, da er panisch um sich schlägt. Möglicherweise erstickte er später, weil sein Kopf unter Wasser gehalten wurde.“

Der IFAW wird nun das gesamte ungeschnittene Material prüfen, um herauszufinden, wieviel Zeit bis zum Tod des Wals verging.

Trotz eines weltweiten Verbots des kommerziellen Walfangs, das von der Internationalen Walfang Kommission (IWC) 1986 verhängt wurde, macht Japan zurzeit Jagd auf 935 Zwergwale im Schutzgebiet Antarktis. Das ist mehr als doppelt so viel wie letztes Jahr, und das in einem Gebiet, das die IWC 1994 zum Schutzgebiet für Wale erklärt hat.

Japan jagt unter dem Vorwand des „wissenschaftlichen“ Walfangs und plant, zusätzlich zehn der bedrohten Finnwale in den kommenden Monaten zu harpunieren und 50 Buckelwale in den nächsten zwei Jahren. Darüberhinaus erhöht das Land seine selbst festgesetzte Quote um 40 weitere Finnwale in den nächsten zwei Jahren.

Shane Rattenbury, Greenpeace Expeditions-Leiter an Bord der „Arctic Sunrise“ im Südpazifik, war Augenzeuge des Vorfalls und sagte: „Die japanische Fischerei-Behörde macht kein Geheimnis aus der Tatsache, dass ihr so genanntes wissenschaftliches Walfang-Programm auf eine Rückkehr zum kommerziellen Walfang abzielt. Sollte das passieren, werden viele andere Wale auch auf diese qualvolle Weise sterben.“

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