Der IFAW und der deutsche Zoll appellieren an Touristen

Dienstag, Mai 24, 2005
Dresden
Eine bundesweite Kampagne zum Thema Reise-Souvenirs und Artenschutz startet der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) heute in Zusammenarbeit mit dem deutschen Zoll auf dem Flughafen Dresden. Unter dem Motto "Kein Tier als Urlaubs-Souvenir" appellieren sie an Reisende, auf Mitbringsel, die aus Tieren hergestellt wurden, aus Gründen des Tier- und Artenschutzes zu verzichten.
Informationsmaterialien erklären die Hintergründe und weisen auf  Möglichkeiten für einen tierfreundlichen Urlaub hin.
 
Mit Unterstützung der Flughafen Dresden GmbH und des Hauptzollamts Dresden präsentiert der IFAW im Abflugterminal eine Schauvitrine. Sie zeigt typische, von den Zollbehörden beschlagnahmte Souvenirs. Dr. Ralf Sonntag, Leiter des IFAW-Büros in Hamburg, erläutert: "Die Reisenden können so bereits vor dem Antritt ihres Urlaubs sehen, welche Mitbringsel sie meiden sollten.
 
Das sind Produkte wie Elfenbeinschnitzereien, Riesenmuscheln, Koral-lenschmuck, Brillengestelle aus Schildkrötenpanzer (Schildpatt), Hand-taschen oder Schuhe aus Reptilienleder, Pelze und Felle, präparierte oder ausgestopfte Tiere oder gar lebende Exemplare wie Papageien, Vogelspinnen oder Reptilien als exotische Haustiere.
 
"Häufig werden derartige Reisemitbringsel an den Urlaubsorten ganz offen auf den Märkten oder am Strand verkauft,“ erklärt Heike Wilsdorf vom Hauptzollamt Dresden. "Dadurch kommen viele Menschen gar nicht auf die Idee, dass der Kauf solcher Mitbringsel für viele Tierarten eine massive Bedrohung darstellt."
 
Viele Tierarten stehen bereits unter dem strengen Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, englisch CITES). Das Mitbringen von  Produkten, die aus geschützten Tieren hergestellt wurden, ist somit verboten oder erfordert besondere Genehmigungen. Verstößt der Reisende wissentlich oder unwissentlich gegen diese Regelungen, erwarten ihn hohe Geld- oder sogar Gefängnisstrafen.
 
Heike Wilsdorf vom Zoll: "Viele Leute glauben, dass hinter dem Handel mit derartigen Produkten kriminelle Banden stecken. Aber in Wirklichkeit geht weit mehr als die Hälfte der Zigtausende jährlich beschlagnahmter Produkte auf das Konto von Touristen."
 
Der IFAW rät den Reisenden, anstelle von Urlaubs-Souvenirs aus Tieren lieber landestypisches Kunsthandwerk aus unproblematischen Materialien zu erwerben.
 
Die heutige Veranstaltung am Flughafen Dresden ist der Auftakt der IFAW-Kampagne. In den nächsten Wochen werden an weiteren Flughäfen (so Bremen und Berlin-Schönefeld) Poster und Schauvitrinen installiert sowie Infomaterialien ausgegeben.

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Pressekontakt

Andreas Dinkelmeyer (IFAW)
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