Will Österreich Elefanten zum Abschuss freigeben?

Donnerstag, Januar 28, 2010
Wien
Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) fordert Österreich und die Europäische Union auf, sich aktiv für einen konsequenten Elefantenschutz einzusetzen und jede Aufweichung desselben zu verhindern.

Gerade in jüngster Vergangenheit haben österreichische Regierungsvertreter eine EU-Position für den konsequenten Schutz der Elefanten mit verhindert. Auf der Website des Umweltministeriums hatte sich das Ministerium für eine Lockerung des strengen Schutzstatus der Elefanten ausgesprochen.
„Mit seiner Haltung gefährdet Österreich das Überleben der Elefanten in Teilen Afrikas,“ sagt Peter Pueschel, Elefanten-Experte des IFAW. „Erst letzte Woche wurden zehn Elefanten im Tschad gewildert. Sierra Leone hat wohl inzwischen durch Wilderei seine kompletten Elefantenbestände verloren. Anstatt den Elefantenschutz aufzuweichen, müssen die grauen Riesen konsequenter geschützt werden. Wenn Österreich den Schutz verhindert, trägt es auch die Verantwortung für die dramatische Abnahme der Elefantenbestände.“
Mit einer Aktion auf dem Stephansplatz macht der IFAW heute auf das Sterben der Elefanten aufmerksam und unterstreicht seine Forderung. Unterstützt wird der IFAW durch Abgeordnete des Parlaments aus den unterschiedlichen Fraktionen.
Wilderer töten jährlich Tausende Elefanten für Elfenbein. Der Handel floriert, obwohl die internationale Staatengemeinschaft im Oktober vor 20 Jahren bei der Artenschutzkonferenz CITES (Convention on International Trade in Endangered Species) den Handel mit Elfenbein verboten hatte. In den letzten Jahren wurden die strengen Richtlinien jedoch zunehmend aufgeweicht. Auch bei der anstehenden Artenschutzkonferenz CITES im März 2010 soll der Schutzstatus der Elefanten weiter verringert werden.
Laut einer im Oktober 2009 veröffentlichten Studie von TRAFFIC ist die Menge an beschlagnahmtem Elfenbein weltweit von etwa zehn Tonnen in 2007 auf 15 Tonnen in 2009 gestiegen. Organisationen wie die SSN (Species Survival Network) sprechen sogar von mindestens 21 Tonnen beschlagnahmten Elfenbeins im Jahr 2009. Sie stützen ihre Zahl auf die Auswertung von Presseberichten.
„Schon im Vorfeld zur letzten CITES-Konferenz, auf der eine Lockerung des Handelsverbots zur Diskussion stand, nahm die Wilderei zu,“ erklärt Pueschel. „Jetzt erleben wir Ähnliches wieder. Österreich und die EU stehen in der Pflicht, diese fatale Entwicklung zu stoppen. Umweltminister Berlakovich muss sich jetzt für einen ausnahmslosen Schutz von Elefanten einsetzen.“
Achtung Bildredaktionen: Fotos der Aktion stehen auf Anfrage zur Verfügung.

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