Elefanten werden weiter gewildert

Donnerstag, Mai 7, 2009
Nairobi, Kenia
Die Kenianische Wildtierbehörde KWS beschlagnahmte gestern 29 Stoßzähne und drei AK-47 Sturmgewehre im Norden Kenias. Für die Stoßzähne mit einem Gesamtgewicht von 109 Kilogramm wurden 12 bis 13 Elefanten getötet.
 „Die Wilderei nimmt immer weiter zu. Das ist katastrophal,“ kommentiert Robert Kless, IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) Wildtier-Campaigner.

Erst am 25. April hatte die KWS 700 Kilogramm Elfenbein konfisziert, dafür mussten etwas 70 der grauen Riesen sterben. Im Februar hatte die bekannte Elefantenforscherin Cynthia Moss Alarm geschlagen. In ihrem Untersuchungsgebiet im kenianischen Amboseli Nationalpark musste sie einen drastischen Anstieg der Wilderei beobachten. Im gleichen Monat wurden fünf Elefanten im Tsavo-Nationalpark gewildert. Im Januar 2009 konnte die KWS drei chinesische Elfenbeinschmuggler am Flughafen Nairobi festnehmen.

Laut einer Studie des US-amerikanischen Forschers Sam Wasser beträgt die jährliche Todesrate der Elefanten Afrikas 8 Prozent. Bevor das Handelsverbot für Elfenbein 1989 erlassen wurde, berechnete er die jährliche Todesrate auf 7,4 Prozent. Die Todesrate ist also trotz Verbots gestiegen. 1979 gab es allerdings auch noch 1,3 Million Elefanten in Afrika, heute sind es nur noch 470.000. Sollte es bei der Todesrate von 8 Prozent bleiben, so werden die afrikanischen Elefanten im Großteil ihres Verbreitungsgebietes laut Studie bis 2020 nahezu ausgestorben sein.

„Es wird immer offensichtlicher, dass die legalen Lagerverkäufe im Dezember 2008 den illegalen Markt angeheizt haben,“ so Kless weiter. „Die Bundesregierung hat damals für diesen Verkauf gestimmt. Sie muss nun alle Anstrengungen unternehmen, diesen Fehler auszubügeln. Nicht nur müssen die afrikanischen Länder im Kampf gegen die Wilderei unterstützt werden, sondern jeglicher Handel mit Elfenbein muss für die Zukunft ausgeschlossen werden.“

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