IFAW-Monitoring fand keine Hinweise auf ein zweites Wolfsrudel in Brandenburg

Donnerstag, Juli 31, 2008
Hamburg
Die Ergebnisse der neuesten systematischen Suche (Monitoring) des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) nach Wölfen in Brandenburg sind enttäuschend. Bisher konnte nur ein territoriales Paar nachgewiesen werden.
„Wir hatten neben dem schon bekannten Wolfspaar in Zschorno ein weiteres territoriales Rudel in Brandenburg erwartet,“ erläutert Dr. Kim Detloff, Kampagnenleiter Wölfe beim IFAW-Deutschland. „Eine Fotofalle hatte 2007 einen Wolf in der Lieberose Heide nachgewiesen. In der Region ging man seitdem von der Anwesenheit eines Rudels aus. Unser Monitoring ab Februar 2008 erbrachte aber keine weiteren Wolfsspuren.“

Seit März 2007 lebt ein territoriales Wolfspaar südlich von Cottbus im Gebiet des Zschornoer Walds. Auch 2008 konnte das Paar nachgewiesen werden. Wolfsexperten gehen davon aus, dass es Welpen geboren hat. Das ist bisher jedoch nicht bewiesen.
„Brandenburg ist ein tolles Wolfsgebiet,“ so Dr. Detloff weiter. „Es gibt große Gebiete mit ausreichend Wild und Rückzugsmöglichkeiten. Eigentlich erwarten wir, dass sich mehr Wölfe hier ansiedeln werden. Deshalb müssen wir gemeinsam mit dem Land Brandenburg den Hinweisen auf Wölfe weiter gezielt nachgehen.“

Aus diesem Grund wird der IFAW das wissenschaftliche Monitoring in Brandenburg mit Hilfe von Wolfsexperten und in Kooperation mit dem Landesumweltamt und dem Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz weiter ausdehnen. In Zukunft sollen zeitnah möglichst alle Gebiete, aus denen Hinweise auf Wölfe kommen, nach Spuren auf territoriale Einzeltiere oder Paare abgesucht werden. „Nur wenn wir wissen, wo Wölfe leben und wie viele, können wir sie, aber auch die landwirtschaftlichen Nutztiere, schützen,“ so Dr. Detloff.

In Sachsen sind seit diesem Jahr vier Rudel bekannt, die teilweise schon seit einigen Jahren regelmäßig Jungtiere erfolgreich großziehen. Einzelne und wandernde Wölfe wurden in letzter Zeit in Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hessen nachgewiesen. Für ein dauerhaftes Überleben der sehr kleinen deutschen Wolfspopulation sind aber die territorialen Rudel entscheidend, die sich fortpflanzen.

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