Kein Tier als Urlaubs-Souvenir

Mittwoch, Juni 18, 2008
Hamburg
„Kein Tier als Urlaubs-Souvenir“ – Mit diesem Appell fordert der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) zu Beginn der Ferienzeit deutsche Urlauber auf, keine Reiseandenken mitzubringen, die aus Teilen geschützter Wildtiere hergestellt wurden.
Ob Elfenbein-Schnitzereien, Korallen, Tigerwein, Schildpatt-Broschen, Krokodil-taschen oder Produkte der asiatischen Medizin: Für all diese Mitbringsel müssen Wildtiere ihr Leben lassen.

„Viele Händler bieten diese Souvenirs offen auf Märkten und in Geschäften an. Deshalb kommen Urlauber oft gar nicht auf die Idee, dass der Import nach Deutschland illegal sein könnte oder dass grausame Machenschaften dahinter stecken“, sagt Dr. Kim Detloff vom IFAW-Deutschland.

Tatsächlich aber werden die exotischen Souvenirs häufig aus Tieren und Pflanzen gefertigt, die unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutz-übereinkommens (CITES) stehen. Diese Produkte dürfen gar nicht oder nur mit Genehmigungen gehandelt werden.

Die Statistik des Bundesamts für Naturschutz (BfN) zeigt das Ausmaß des Handels: 2007 registrierten die Zollbehörden 665 Fälle von Beschlagnahmungen mit insgesamt 14.330 Einzelstücken. Darunter waren 7.577 Produkte traditioneller asiatischer Medizin, 3.214 ausgestopfte Tiere und 745 Korallen.

Führt ein Tourist solche Reiseandenken im Gepäck, drohen hohe Geld- oder sogar Haftstrafen. So mussten Urlauber nach Angaben des BfN beispielsweise 1.200 Euro Bußgeld zahlen für die Einfuhr von Elfenbeinschnitzereien aus Togo oder 1.000 Euro für ein Geparden-Fell aus Namibia. Für ein Paar Pythonlederstiefel aus China verhängte der Zoll eine Strafe von 400 Euro.

„Viele Reisende sind sich gar nicht bewusst, dass sie sich mit ihren Urlaubssouvenirs oft am illegalen Handel mit Wildtieren beteiligen. Tatsächlich gehen jedoch mehr als 90 Prozent der tausenden jährlich in Deutschland beschlagnahmten Produkte auf das Konto von Urlaubern", erläutert Detloff.

Der illegale Handel mit Wildtieren bringt jedes Jahr weltweit 5 - 20 Milliarden US-Dollar ein. Er gehört neben Produktpiraterie, Menschenhandel, Drogen- und Waffenhandel zu den größten kriminellen Aktivitäten in der Welt.

Der IFAW rät den Reisenden, anstelle von Urlaubs-Souvenirs aus Tieren lieber landestypisches Kunsthandwerk beispielsweise aus Keramik, Textilien oder Draht zu erwerben. Für die Herstellung solcher Produkte müssen keine Wildtiere sterben, und die Urlauber unterstützen mit dem Kauf zudem die lokale Wirtschaft.

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