Deutschland torpediert

Freitag, Februar 8, 2008
Bamako, Mali
Gestern Abend ging eine zweitägige Konferenz von 17 afrikanischen Ländern in Bamako, Mali Zuende. Dort vereinbarten diese Staaten, ihre Bemühungen zum gemeinsamen Schutz der grauen Riesen zu intensivieren.
Delegierte aus Mali, Senegal, Burkina Faso, Sierra Leone, Guinea Bissau, Kamerun, Elfenbeinküste, Togo, Nigeria, Ghana, Liberia, der Zentralafrikanischen Republik, Ruanda, Südsudan, Äthiopien und Kenia, alles afrikanische Länder mit Elefantenpopulationen, einigten sich auf einen verstärkten Elefantenschutz und die Ausarbeitung eines gemeinsamen Managementplans für Elefanten.

Der Direktor der Nationalparkbehörde Malis, Bourama Niagate, stellte heraus, wie wichtig der Schutz der Schlüsselart Elefanten für das Bestehen der Ökosysteme ist. In Mali leben heute nur noch 300 der größten Landsäugetiere. 1989, als das Handelsverbot für Elfenbein in Kraft trat, waren es noch 800. „Elfenbeinhandel, egal wo, ist eine Bedrohung für alle Elefanten, überall. Der Schutz von Elefanten kann nur erfolgreich sein, wenn es keinen Elfenbeinhandel gibt,“ fasste Bourama Niagate die gemeinsame Position zusammen.

„Deutschland steht in der Pflicht, den ärmsten Ländern der Welt bei ihren verzweifelten Schutzbemühungen zu helfen,“ kommentiert Peter Pueschel, Leiter der IFAW Kampagne gegen Wildtierhandel. „Den Elfenbeinhandel zu unterstützen, indem die Bundesregierung China bei seiner Registrierung als Handelspartner für Elfenbein hilft, ist Kontraproduktiv.“

Deutschland bewertet nach einer viertägigen gemeinsamen Inspektionsreise mit chinesichen Behördenvertretern, die Kontrollen des chinesischen Elfenbeinmarktes für ausreichend. Damit befürwortet Deutschland China als Handelspartner für neue Elfenbeinverkäufe aus Afrika zu akzeptieren. Der IFAW hat massive Verstöße und Mängel bei der Kontrolle des Handels in mehreren Studien nachgewiesen. „Die Bundesregierung zog es vor, unser Angebot, unabhängige Informationsquellen zu nutzen, nicht anzunehmen,“ so Pueschel weiter.

Obwohl der Elfenbeinhandel international verboten ist wurden 1997, 2002 und zuletzt 2007 einmalige Abverkäufe des weißen Goldes aus Lagerbeständen erlaubt. Diese Entscheidungen zogen immer einen Anstieg der Wilderei nach sich. Heute schätzen Experten den Bestand der afrikanischen Elefanten auf etwa 450.000 Tiere. 1979 waren es noch 1,3 Million Tiere.

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