Island beendet kommerziellen Walfang

Freitag, August 24, 2007
Hamburg
Island beendet vorerst seinen kommerziellen Walfang. Das bestätigte der isländische Fischereiminister Einar K. Gudfinnsson gegenüber Reuters. Demnach werden keine weiteren Quoten für den kommerziellen Walfang festgesetzt, da es keinen Markt für das Fleisch gibt.
„Das ist die einzig richtige Entscheidung. Es gibt keinen Markt für Walfleisch,“ so Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Direktor von IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) Deutschland. „Nun muss Island noch die letzte Konsequenz ziehen und ihr wissenschaftliches Walfangprogramm beenden.“

Letztes Jahr hatte Island eine Quote für den kommerziellen Walfang von 30 Zwergwalen und neun Finwalen festgesetzt. Sie gilt bis zum 31. August 2007. Die Entscheidung führte zu einer großen Welle an internationalem Protest. Auch in  Island war die Kritik heftig, Geschäftsleute und Tourismusvertreter der Insel fürchteten Schaden für die isländische Wirtschaft.

Bisher töteten Walfänger sieben Finwale und sieben Zwergwale aus dieser Quote, wobei das meiste Walfleisch noch unverkauft in Kühlhäusern lagert. Pläne, das Fleisch an Japan zu verkaufen, scheiterten bisher. 2003 hatte Island zunächst mit dem „wissenschaftlichen“ Walfang begonnen mit einer Quote von 200 Zwergwalen. Island wird noch sechs weitere Zwergwale bis Ende des Jahres für die „Wissenschaft“ harpunieren.

Der IFAW lehnt jeglichen Walfang ab, da er grausam und unnötig ist. Studien in Island, beauftragt durch den IFAW und der isländischen Naturschutzorganisation INCA, belegen auch die sehr geringe Nachfrage für Walfleisch. Dagegen steht eine erfolgreiche und wachsende Whalewatching-Industrie, die in Island jährlich mehr als 15 Millionen Euro erwirtschaftet.

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