Wissenschaftskomitee der IWC übt heftige Kritik an Japans wissenschaftlichem Walfang

Dienstag, Mai 29, 2007
Anchorage
Internationale Wissenschaftler kritisieren Japans vermeintlich wissenschaftlichen Walfang auf der derzeit in Anchorage, Alaska, stattfindenden Jahrestagung der IWC (Internationale Walfang Kommission). Das diesjährige IWC-Meeting vom 28.5. bis 1.6. birgt großen Konfliktstoff, da Japan die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs vorantreibt, während Naturschutzorganisationen wie der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) weiterhin einen weltweiten Schutz der Wale fordern. Im Augenblick zeichnet sich auf der Konferenz eine knappe Mehrheit für den Walschutz ab.
In seinem Bericht an die Vollversammlung der IWC-Delegierten konstatierte das Wissenschaftskomitee, dass Japan nur sehr spärliche und wenig aufschlussreiche Daten aus seinem JARPN-Walfang-Programm zur Verfügung stelle. Wörtlich hieß es: „Das 18-jährige sogenannte wissenschaftliche Walfang-Programm hat 6.796 Wale das Leben gekostet, aber wenig Informationen über die Biologie und Ökologie der Minkwale geliefert.“ Japan nutzt ein Schlupfloch in den IWC-Bestimmungen und tötet trotz eines seit 1986 bestehenden Walfang-Verbots mehr als 1.200 Wale pro Jahr unter dem Deckmantel des „wissenschaftlichen“ Walfangs. Tatsächlich landet das Walfleisch auf den Tellern japanischer Restaurants. Nun hat Japan auch noch 50 Buckelwale auf die Abschussliste gesetzt. Die majestätischen Riesen gehören zum Teil zu hochgefährdeten Populationen. 
Der Bericht der IWC-Experten kritisierte außerdem, dass Japan sich nicht genügend für den Schutz des Westpazifischen Grauwals einsetzt, der durch Beifänge in japanischen Gewässern hochgradig gefährdet ist. Das Komitee moniert weiterhin, dass Japan keine brauchbaren Übersetzungen seiner Bestimmungen zum Umgang mit lebenden Bartenwalen zur Verfügung stellt, die als Beifang ins Netz gehen.
„Japans Vorgehen als wissenschaftlichen Walfang zu bezeichnen ist eine Beleidigung für jeden ernstzunehmenden Wissenschaftler,“ so Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Direktor des deutschen IFAW-Büros. „Dies beweist auch die heftige Kritik der weltweit anerkanntesten Walforscher auf der IWC-Konferenz. Japan muss endlich die rote Karte kriegen.“

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