Künstliche Stoßzähne und Unterschriften sollen Bundesregierung zum Handeln bewegen

Mittwoch, Mai 23, 2007
Berlin
Jährlich sterben mehr als 20.000 Elefanten für den illegalen Elfenbeinhandel. Nun wollen 19 afrikanische Länder dem Einhalt gebieten. Dazu fordern stellvertretend Kenia und Mali ein 20-jähriges uneingeschränktes Handelsverbot für Elfenbein auf der bevorstehenden Artenschutz-Konferenz in Den Haag.
87,3 Prozent der Bundesbürger unterstützt die Forderung nach dem Handelsverbot. Dies ergab eine repräsentative Umfrage (1) in Deutschland von tns-infratest im Auftrag des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). In weiteren Ländern der EU hatte der IFAW ähnliche Meinungsumfragen (2) bei Ipsos-MORI in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse zeigen, dass 76 Prozent der Spanier, 83 Prozent der Briten und 85 Prozent der Franzosen ebenfalls ein 20-jähriges Handelsverbot unterstützen.
Zusätzlich übergibt der IFAW heute 60.000 Protestkarten aus Deutschland und den Niederlanden an Staatssekretär Matthias Machnig des Bundesumweltministeriums.
„Als Ratspräsident ist Herr Gabriel nun aufgefordert den Willen vieler Europäer und den erklärten Wunsch der Mehrheit der afrikanischen Länder zu respektieren. Die Bundesregierung muss sich endlich klar für ein uneingeschränktes Verbot für den Elfenbeinhandel einsetzen" fordert Ralf Sonntag, Direktor IFAW-Deutschland.
„Europa und die Bundesregierung müssen endlich realisieren, dass 27 afrikanische Staaten unter dem Elfenbeinhandel leiden. Lediglich die vier Staaten im südlichen Afrika, Südafrika, Namibia, Botswana und Zimbabwe, profitieren kurzfristig davon" ergänzt Michael Wamithi, IFAW Elefantenexperte aus Kenia. „Der Elfenbeinhandel schadet vor Allem den ärmsten Ländern Afrikas mit sowieso schon dramatisch dezimierten Elefantenbeständen. Nur ein absolutes Handelsverbot für Elfenbein kann den Ländern und ihren Elefanten helfen, Europa muss handeln."
(1) Durchgeführt von tns-infratest im Rahmen einer telefonischen Mehrthemenbefragung im CATI-Bus in der Zeit vom 30. – 31. März 2007. Befragt wurden 1002 Bundesbürger ab 14 Jahren.
(2) Durchgeführt wurden die bevölkerungsrepräsentativen telefonische Umfragen von Ipsos-MORI bei 1.013 Franzosen (7-10 April 2007), 1.004 Briten (9-11 März 2007) und 1.045 Spaniern (13-15 April 2007), jeweils ab 15 Jahren.

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