Globale Erwärmung setzt dem Nachwuchs zu

Donnerstag, März 15, 2007
Ottawa
Zu wenig solides Eis für Sattelrobben-Mütter, um darauf ihre Jungen zur Welt zu bringen, und jetzt auch noch ansteigende Temperaturen – das ist die fatale gegenwärtige Situation im St.Lorenz-Golf. „Nicht eine einzige Robbe im südlichen Golf. Das ist das Ergebnis von Erkundungsflügen,“ berichtet Ralf Sonntag vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) in Deutschland.
Deshalb fordert der IFAW die kanadische Regierung auf, die Ende März beginnende alljährliche Robbenjagd auf mehrere hunderttausend dieser Meeressäugetiere zu streichen. Seit Jahren engagiert sich der IFAW für die Abschaffung dieser unsinnigen, grausamen Jagd. Die bedrohliche Klimasituation ist ein Grund mehr, endlich Konsequenzen zu ziehen.

Die Weibchen der Sattelrobben – eine Art, die sich sonst ganzjährig im Wasser aufhält – können ihre Jungen nur auf stabilem Eis werfen, weil die Kleinen in den ersten Wochen noch nicht schwimmen können. Fehlen robuste Eisschollen, kommen die Neugeborenen häufig ums Leben.

Man muss davon ausgehen, dass die gegenwärtige Situation bereits eine Folge der globalen Erwärmung ist. Schon öfter, besonders drastisch in den Jahren 2000 und 2002, war die normale Eisbildung im Golf ausgeblieben. Wissenschaftler des kanadischen Fischereiministeriums schätzen, dass im Jahr 2002 rund 75 Prozent der neugeborenen Robben im St. Lorenz-Golf sterben mussten.

Kürzlich veröffentlichte der IFAW eine Studie über die Entwicklung und Auswirkung des Klimas in Ostkanada. Danach lag die Eisdecke in neun von den letzten elf Jahren deutlich unter dem Durchschnitt der letzten 37 Jahre.

Die Quote für die Robbenjagd dieses Jahres hat die Regierung in Ottawa noch nicht bekannt gegeben. „Die globale Erwärmung bedroht Kanadas Tierwelt. Wenn die Regierung es ernst meint mit dem Artenschutz, muss sie die Robbenjagd absagen,“ erklärt Ralf Sonntag.

Kommentar schreiben:

Pressekontakt

Ulrich Schnapauff (IFAW, Gremany)
Telefon:
+040-5554434
E-Mail: