London verhängt Höchsttrafe von 15.000 Euro

Donnerstag, Oktober 26, 2006
London
Ein britischer Friseur wurde diese Woche in London wegen Handels mit illegalen Elfenbein-Produkten zur Höchststrafe von umgerechnet fast 15.000 Euro verurteilt. Er bot in seinen Geschäften z.B. Rasierpinsel mit Elfenbein-Griffen für ca. 1.600 Euro zum Kauf an. Seit 1990 ist der Handel mit Elfenbein international weitgehend verboten.
Das britische Traditionshaus „George F Trumper“ besitzt seit 1875 eine Lizenz des Königshauses als Hof-Friseur, zu seinen Kunden gehören u.a. der Prince of Wales und hochrangige Regierungsbeamte. Im Sortiment fand die britische Polizei 24 Artikel aus Elfenbein, die meisten davon Rasierpinsel mit dem Stempel „echtes Elfenbein“. Außerdem konfiszierten die Beamten Haarbürsten, Handschuh-Spanner und einen Stoßzahn.

„Es ist eine Schande, dass trotz internationalen Handelsverbotes für Elfenbein jedes Jahr mindestens 10.000 Elefanten wegen ihrer Stoßzähne sterben müssen,“ so Peter Pueschel, Leiter der Kampagne gegen Wildtierhandel des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Ihre Überreste landen dann als Schnitzereien oder modischen Gimmicks mit dem Label „besonders exklusiv“ in den Geschäften europäischer Großstädte. Wir sollten uns von diesem blutigen Handel distanzieren und solche Produkte boykottieren.“
 
Der illegale Wildtierhandel ist ein sehr lukrativer Teil der internationalen Kriminalität. Laut offiziellen Schätzungen werden jedes Jahr Produkte in Milliardenhöhe gehandelt. Der IFAW arbeitet international mit Vollzugsbehörden zusammen, um dem Geschäft ein Ende zu machen. Eine Kooperation mit eBay in Deutschland führte dazu, dass der Handel mit Elfenbeinprodukten bei dem Internet-Auktionshaus praktisch zum Erliegen kam.

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