Wiederaufnahme des Walfangs ist fragwürdig

Mittwoch, Oktober 25, 2006
Reykjavik
Ein zweiter Finnwal wurde heute von isländischen Walfängern getötet. Die isländische Regierung hatte letzte Woche die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs angekündigt. Sie gab neun als gefährdet eingestufte Finnwale und 30 Zwergwale zum Abschuss frei. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) verurteilt die weltweit kritisierte Entscheidung aufs Schärfste.
Die Wiederaufnahme des Walfangs ist besonders fragwürdig, weil es in Island praktisch keinen Markt für Walfleisch gibt. Speziell Finnwal-Fleisch essen Isländer traditionell nicht. Als Abnehmer bleibt nur Japan. Aber gestern verkündete der japanische Botschafter für Island, Fumiko Saiga, öffentlich, dass Japan das isländische Fleisch nicht will, da das Land selbst auf Bergen von Walfleisch sitzt, das aus dem japanischen „wissenschaftlichen“ Walfang stammt.

„Es ist eine grauenhafte Verschwendung, dass diese großartigen Meeressäuger sterben müssen, um anschließend in einem Kühlhaus zu lagern,“ sagt Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Leiter des deutschen IFAW-Büros. „Wir können nicht nachvollziehen, warum die isländische Regierung die Jagd fortsetzt, obwohl es keinerlei Absatzmärkte für das Fleisch gibt. Schon jetzt ist der Image-Schaden für das Land beträchtlich. Davon abgesehen verdient Island ein Vielfaches dessen, was der Walfang einbringt, mit Whale Watching. Dafür braucht man lebende Wale!“

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