Elfenbeinschmuggel: 3,9 Tonnen in Hongkong beschlagnahmt

Donnerstag, Mai 11, 2006
Hongkong
Wie Mittwoch Abend bekannt wurde, beschlagnahmten Zollbeamte in Hongkong 3,9 Tonnen Elfenbein. Die Schmuggelware aus 600 Stoßzähnen von bedrohten afrikanischen Elefanten fand der Zoll am Dienstag. Dieser Fund im Wert von schätzungsweise einer Million Euro ist der größte in Hongkong seit dem 1989 erlassenen internationalen Handelsverbot für Elfenbein.
„Es ist gut, dass diese Lieferung abgefangen werden konnte,“ kommentiert Peter Pueschel, IFAW-Experte und Kampagnen-Leiter gegen den internationalen Wildtierhandel. „Es zeigt uns aber auch, dass der Handel mit Elfenbein zunimmt. Immer häufiger wird Elfenbein beschlagnahmt. Die internationale Gemeinschaft ist offensichtlich nicht in der Lage die Elefanten zu beschützen. Die Konsequenz muss sein: Kein Handel mit Elfenbein, egal wo und egal woher es kommt.“

Die Sicherstellung der Stoßzähne in Hongkong ist nur die letzte in einer Reihe von Beschlagnahmungen der letzten Jahre:
·        Januar 2005: Kenia 176 kg
·        August 2005: Brazaville, Kongo, 250 kg
·        April 2005: Addis Abeba, Äthiopien, 450 kg
·        Februar 2005: Amsterdam, Niederlande, 22 Füße, 8 Stoßzähne, drei Schwänze, ein Schädel und eine komplette Elefantenhaut
·        November 2004: Großbritannien, 142 unterschiedliche Elefanten-produkte
·        September 2004: Singapur, 870 kg
·        Juli 2004: Spanien, 3,36 Tonnen Elfenbein, 100 kg Elefantenhaar
·        2002: Singapur, 6,5 Tonnen Elfenbein, der bisher größte Fund illegalen Elfenbeins seit Inkrafttreten des internationalen Handelsverbots 1989

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA oder englisch CITES – UN Convention on International Trade in Endangered Species) einigte sich auf ein völliges internationales Handelsverbot ab 1989. Allerdings wurde schon 1997 der eingeschränkte Elfenbeinhandel aus Namibia, Botswana, Simbabwe wieder erlaubt. Vor allem Japan und Südafrika drängen auf eine weitere Lockerung des internationalen Handelsverbots.

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