Kanadas Fischereiministerium

Montag, Februar 20, 2006
Ottawa
Um 70 Prozent zurückgehen könnte die Sattelrobben-Population an der kanadischen Ostküste in den nächsten 15 Jahren. Dies ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie, die das Vorgehen des kanadischen Fischereiministeriums gegen diese Robben-Art und die Folgen untersucht.
Hauptvorwurf: „Die Pläne des Ministeriums berücksichtigen die vorhandenen Unsicherheiten nicht in angemessener Weise und bedeuten für die kanadische Robben-Population deshalb ein sehr hohes Risiko,“ so die Autoren der Studie, die die Biologen und Mathematiker Russell Leaper und Justin Matthews für den IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) erstellten.

Unsicherheiten seien in allen verfügbaren Daten und Zahlen enthalten, darüber hinaus in Umwelteinflüssen wie klimatischen Veränderungen und Verfügbarkeit von Nahrung. „Deshalb kann die Situation eintreten, dass die kanadische Regierung nicht weiß, wann die Population eine kritische Grenze unterschritten hat. Dann ist es zu spät zum Handeln, wie im Fall des Kabeljaus. Das bedeutet, dass die Regierung weiterhin hohe Quoten für die Robbenjagd festsetzen würde, wenn die Robben bereits ernsthaft bedroht sind,“ erklärt Leaper.

Es ist zu erwarten, dass die kanadische Regierung in den nächsten zwei Wochen ihren Management-Plan für die Robbenjagd bekannt gibt. Der IFAW nimmt das Ergebnis der Studie zum Anlass, die Regierung aufzufordern, ihr gegenwärtiges Modell fallen zu lassen. Der IFAW ist grundsätzlich gegen die Robbenjagd und drängt die Regierung, sie endgültig abzuschaffen.

Vor einigen Tagen hatte der IFAW die Regierung ohnehin aufgefordert, als ein Beispiel für verantwortliches Management die Jagd in diesem Jahr zu untersagen: Infolge des warmen Winters hat sich bislang kein Eis gebildet. Sattelrobben benötigen aber Eis, um ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen und aufzuziehen.

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