Schon 250.000 Robbenbabys abgeschlachtet

Donnerstag, April 21, 2005
Charlottetown/Kanada
Wenige Tage vor dem Ende der Robbenjagd in Kanada sind bereits 250.000 Robben abgeschlachtet worden. Insgesamt waren 319.500 Robben von der kanadischen Regierung zum Töten freigegeben. Zusammen mit den getöteten Tieren aus den Jahren 2003 und 2004 sind den Robbenjägern eine Million Robbenbabys zum Opfer gefallen.
Vom 29. März bis 2. April erschlugen die Fischer im Golf von St. Lorenz 105.000 Robben. IFAW-Mitarbeiter haben die Jagd beobachtet und mit Kameras dokumentiert, um die Grausamkeiten der Welt zu zeigen. Am 15. April zogen die Fischer an die Eisfront vor der Küste Neufundlands, wo sie bisher schon 150.000 Robben getötet haben.

„Dass Kanada immer noch an diesem bestialischen und antiquierten Schlachten festhält, ist für die moderne Industrienation eine Schande,“ kommentiert der Meeresbiologe und Leiter des IFAW Büros in Deutschland, Dr. Ralf Sonntag.

International stößt das Vorgehen der kanadischen Regierung auf heftige Proteste. Parlamentarier aus Italien, Belgien und den Niederlanden arbeiten daran, nationale Einfuhrverbote für Robbenprodukte durchzusetzen. Die USA haben ein solches Verbot schon eingeführt. „Auch in Deutschland versuchen wir die Regierung davon zu überzeugen, dass alles in unserer Macht Stehende getan wird, um dieses sinnlose Schlachten zu unterbinden,“ erläutert Sonntag weiter.

Der IFAW ermöglichte europäischen Parlamentariern und Medienvertretern aus aller Welt, Zeugen der Robbenjagd zu sein. Obwohl sich die Beobachter an die strengen Vorschriften der kanadischen Behörden hielten, kam es zu Übergriffen vonseiten der Fischer. Dabei wurde ein Mitarbeiter des IFAW verletzt.

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