Wir müssen neue und bestehende Methoden nutzen, um die Wilderei zu stoppen

Das Grauen, dass jährlich bis zu 40.000 Elefanten sterben, muss beendet werden.

 

Als Leiterin des Bereichs Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit setze ich mich gemeinsam mit unserem Team dafür ein, dass die Medien weltweit über die Wilderei und die tragische Lage der Elefanten und Nashörner berichten. Um dem Grauen, das jährlich bis zu 40.000 Elefanten das Leben kostet, ein Ende zu setzen, braucht das Problem dringend eine weltweite Öffentlichkeit.

Mit großem Interesse las ich daher den  Blog-Beitrag von Paula Kahumbus in der britischen Tageszeitung „The Guardian“. Sie beschreibt darin, dass laut einer These von Professor Dan Ariely von der Duke University in Durham, Northcarolina, die Berichterstattung Wilderei eher stimuliere als sie einzudämmen. Laut Ariely verschlimmere die erhöhte Medienaufmerksamkeit den Elfenbeinschmuggel und die Wilderei von Elefanten, da man der Thematik dadurch eine erhöhte gesellschaftliche Akzeptanz verleihe: "Wenn es alle tun, warum soll ich es nicht auch tun?" Arielys These mag einen wahren Kern haben, doch das ändert nichts an der Tatsache, dass wir die Aufklärung durch die Medien dringend brauchen.

Wir müssen den illegalen Elfenbeinhandel und die Wilderei auf allen Ebenen bekämpfen. Und genau daran arbeitet der IFAW intensiv: Wir trainieren Wildhüter vor Ort, um sie besser gegen die Wilderer zu rüsten, und wir arbeiten mit unserem Partner INTERPOL und mit lokalen Polizeibehörden zusammen, um die Wilderer dingfest zu machen. Höhere Strafen, wie sie jüngst von der kenianischen Regierung beschlossen, sind ebenfalls ein wirksames Mittel. Paula Kahumbus schreibt in ihrem Blog, dass Menschen Verbrechen begehen werden, solange sie dies unbehelligt tun können und mit nur milden Strafen rechnen müssen. Wenn Regierungen jedoch hart durchgreifen, senden sie klar die Botschaft: "Wenn du das tust, werden wir Dich erwischen und Du wirst einen hohen Preis dafür bezahlen."

Ein weiteres maßgebliches Glied in der Handelskette für Elfenbein sind die Transitländer. Deshalb bildet der IFAW in wichtigen Transitländern im Nahen Osten Zollbeamte aus. Dies ermöglicht es, mehr Elfenbein zu beschlagnahmen und führt damit zu Umsatzeinbußen für die Drahtzieher des Geschäfts.

Ein weiterer wichtiger Hebel ist die Reduzierung der Nachfrage in wichtigen Konsumländern wie China: In Aufklärungsaktionen informieren wir die Menschen darüber, dass Elefanten für Elfenbeingegenstände sterben müssen. Unsere Kampagnen haben bereits große Wirkung gezeigt, denn  die Anzahl der in einer Umfrage befragten potenziellen Elfenbeinkäufer hat sich inzwischen halbiert.

Ohne die internationalen Medien haben wir keine Chance. Besonders in den Konsumländern wie China müssen die Medien die Menschen auch weiterhin darüber aufklären, welchen blutigen Preis die Elefanten in Afrika für den Elfenbeinhandel zahlen.

Wir müssen darüber berichten, um die Menschen aufzurütteln - und zwar innerhalb Afrikas genauso wie außerhalb. Und wir brauchen mehr Leute wie Jim Nyamu, der im Namen der Aufklärung zu Fuß durch ganz Kenia marschiert ist, und wie Paula Kahumbu, die neben der Erhöhung der gesetzlichen Strafen auch nach neuen Ansätzen im Kampf gegen die Wilderei forscht.

Vor allem aber müssen Konsumenten erfahren, welch blutiges Geschäft sie mit dem Kauf von Elfenbein finanzieren, um es für immer zu boykottieren.

Erica Martin

Sagen Sie gemeinsam mit uns Nein zum Elfenbein.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien