Wer kümmert sich um Afrikanische Elefantenkälber, deren Mütter von Wilderern getötet wurden?

Diese Bilder wurden im Elefantenwaisenhaus in Sambia aufgenommen.


 

Wer die Nachrichten verfolgt, hat sicher schon gehört, dass die Wilderei wie nie zuvor zugenommen hat. Besonders Elefanten stehen verstärkt im Fadenkreuz der Wilderer. Die Nachfrage nach Elfenbein boomt und ihre Stoßzähne sind eine begehrte Beute. Wenn es so weitergeht, wird es bald keine Elefanten mehr in freier Wildbahn geben.

Über Eines allerdings schweigen die Medien: Was wird aus den Elefantenbabys, die bei den grausamen Massentötungen ihre Mütter und Familien verlieren? Lesen Sie auch: Gemeinsam gegen Wilderer und illegale Wildtierhändler in Südafrika

Wer kümmert sich um die kläglich schreienden Elefantenbabys, die die Wilderer bei ihren toten Familien zurücklassen? Für Wilderer sind sie uninteressant, weil sie keine Stoßzähne haben, die sich zu Geld machen lassen.

Elefanten trauern sehr ähnlich wie wir Menschen. Wie furchtbar muss es für einen kleinen Elefanten sein, wenn seine Mutter vor seinen Augen hingerichtet und zerschnitten wird?

In Sambia kümmert sich die  Organisation Game Rangers International um die verwaisten Elefantenbabys. Die Mitarbeiter dort leisten unglaubliche Arbeit. Sie retten und rehabilitieren verwaiste Elefantenbabys und gliedern sie anschließend in wilde Elefantenfamilien ein. Ich habe das Projekt letztes Jahr besucht, um mir mit eigenen Augen ein Bild von der großartigen Arbeit dort zu machen.

Die geretteten Elefantenbabys werden zunächst in die Pflegestation in Lilayi gebracht, wo sie untersucht und versorgt werden. Oft sind sie dehydriert und verletzt. Doch genauso wichtig wie die medizinische Versorgung ist die Betreuung durch einen Pfleger, der sich Tag und Nacht um die Elefanten kümmert.

Die dauerhafte Fürsorge gibt den Elefantenbabys ein Gefühl von Stabilität und hilft ihnen so, die seelischen Wunden zu verarbeiten. Nach Monaten oder manchmal sogar erst nach Jahren werden die Tiere dann zu den anderen Elefanten im geschützten Kafue-Nationalpark gebracht, um dort ihre Rehabilitierung fortzusetzen. Erst mehrere Jahre später trennen sich einige Elefanten von ihren Pflegern, um fortan ein Leben in einer wilden Elefantenfamilie zu führen.

Es dauert sehr lange, bis die Elefanten vollständig genesen sind, doch es ist ohne jeden Zweifel diese Mühe wert. Nachdem wir die Arbeit der Game Rangers International gesehen hatten, war uns klar, was für ein großartiger Partner diese Organisation für den  IFAW sein würde. Seit Oktober ist die Partnerschaft zwischen Game Rangers International, der  David Shepherd Wildlife Foundation, die das Elefantenprojekt bereits von Anbeginn an unterstützt hat, und dem IFAW nun offiziell. Außerdem fördert auch die Naturschutzbehörde Sambia das Projekt. Gemeinsam wollen wir unser Know-how nutzen, uns auf ihre Rückkehr in die Wildnis freuen und noch mehr über die Bedürfnisse der Elefantenwaisen lernen.

Ich hoffe, dass wir Ihnen in den nächsten Jahren noch viele Erfolgsgeschichten von kleinen Pflegelefanten erzählen können und dass sie die Tiere genauso ins Herz schließen, wie wir es getan haben.

Gail A‘Brunzo

Erfahren Sie mehr darüber, was der IFAW tut, um die Elefanten in Afrika zu retten.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien