Unterstützung für Elefantenwaisen in Sambia

Größere Elefanten halten ihre Flasche selbst.
Freitag, November 1, 2013
Hamburg

Das Elephant Orphanage Project (EOP) in Sambia hat einen neuen Partner bekommen: Der IFAW (Internationale Tierschutz-Fonds) unterstützt jetzt das Projekt. Das erklärte Ziel des EOP ist es, verwaiste Elefanten zu retten, zu rehabilitieren, und zurück in die Wildnis zu entlassen. Es bietet einen Schutzraum für hilflose und zurückgelassene Elefantenkälber, die oft Opfer von Wilderei oder Konflikten zwischen Elefanten und Menschen sind.

„Afrikas Elefanten sind Opfer einer gnadenlosen Welle von Wilderei“ sagt Azzedine Downes, Präsident und Geschäftsführer des IFAW. „Wir müssen uns um die Überlebenden der Wilderei kümmern. Deswegen sind wir nun ein Partner des Elefantenwaisen-Projektes in Sambia geworden und tragen dazu bei, das Leben der Elefantenkälber zu retten. Es ist heute wichtiger denn je, Allianzen zu bilden und sich für das Überleben der Tiere einzusetzen.“

Elefanten unter zwei Jahren sind sehr unselbstständig und hilflos. Viele Waisen können ohne die umfangreiche Pflege und nährstoffreiche Milch ihrer Mutter nicht überleben. In der EOP-Elefantenklinik kümmern sich Pfleger rund um die Uhr um die jungen Elefanten. Das gut ausgebildete Team von Pflegern betreut die Kälber ständig, sowohl bei täglichen Spaziergängen im Freien als auch nachts im Stall. Dank ihrer Pfleger und ihrer neuen Geschwister lernen die Elefanten langsam, über den tragischen Verlust ihrer ursprünglichen Familie hinwegzukommen. Gemeinsames Spielen und Baden in einer natürlichen Umgebung trägt weiter zu ihrer Genesung bei.

Nach erfolgreicher Rehabilitation in der Klinik werden die Elefanten in den Kafue-Nationalpark transportiert, von wo aus sie langsam wieder in die Wildnis entlassen werden. Zurzeit leben sechs Elefanten in der Klinik, und weitere sieben befinden sich am Ort der Auswilderung.

Das Elephant Orphanage Project (EOP) wird geleitet von Game Rangers International, einer von der David Shepherd Wildlife Foundation ins Leben gerufene Organisation. Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit der Sambischen Naturschutzbehörde (Zambian Wildlife Authority) statt.

„Das Elephant Orphanage Project ist ein elementarer Bestandteil unserer erklärten Mission, die größten Artenschutzprobleme Sambias anzugehen“, so Sport Beattie, Geschäftsführer von Game Rangers International (GRI). „Zum einen hilft es dabei, die tragisch verwaisten Elefantenkälber wieder in die Wildnis zu entlassen. Zum anderen macht es die Öffentlichkeit auf die Gefahren aufmerksam, denen sich Afrikas Elefanten und Schutzgebiete gegenüber sehen. Dank der neuen Unterstützung durch den IFAW können wir weiter daran arbeiten, diese komplexen Probleme in den Griff zu kriegen.“

„Sambias Nationalparks gehören zu den letzten wirklich unberührten Flecken Wildnis in Afrika“ sagt Sally Case, Geschäftsführerin der David Sheldrick Wildlife Foundation. „Wir arbeiten schon seit längerem mit GRI zusammen, um Sambias Elefantenpopulation zu schützen und es den Tieren zu ermöglichen, sich sicher in der Wildnis zu bewegen. Wir sind sehr froh darüber, auch den IFAW als Partner dieser äußerst wichtigen Initiative zu haben.“

Offiziell eingeweiht wurde die EOP-Elefantenklinik am 29. September 2012 von Dr. Guy Scott, Vizepräsident Sambias. Sie befindet sich am Rande der Hauptstadt Lusaka, und ist die erste Auffangstation ihrer Art im Süden Afrikas.

Vor mehr als zehn Jahren spielte der IFAW eine entscheidende Rolle bei der Errichtung des Wildtier-Schutzzentrums Center for Wildlife Rehabilitation and Conservation (CWRC) in Assam, Indien. Hier wurden zum ersten Mal überhaupt von Hand aufgezogene asiatische Elefanten in die Wildnis entlassen. Durch das Wildtier-Rettungsprogramm des IFAW werden verletzte, verirrte und verwaiste Wildtiere in China, Indien und Russland gerettet und rehabilitiert. Außerdem unterstützt es Projekte in neun Ländern.

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