Trotz Nebel setzt das russische Grauwal-Forschungsteam seine Arbeit fort

Unser Grauwal-Forschungsteam fotografiert die erste Walkuh mit Nachwuchs.der Saison 2014

Wir haben ein Update von unserem Grauwal-Forschungsteam im Nordosten der Insel Sachalin erhalten. Den Beitrag hat uns das Team direkt von der Expedition aus geschickt. Geschrieben wurde der Bericht von Forschungsteam-Mitglied Olya Sychenklo.

Nach unserem ersten Arbeitstag auf See am 8. Juli hat uns das schlechte Wetter bis zum 14. Juli an unser Camp an der Küste gefesselt. Die Lufttemperatur bewegte sich zwischen 4 und 12 Grad Celsius.

Ein paar Mal lichtete sich der Nebel und gab die Sicht auf die Lagune Piltun frei. Doch die See lag weiterhin im dichten Nebel und an einigen Tagen war es sehr windig. Wir vermuteten, dass es auch auf See stürmte – wenn wir sie denn hätten sehen können. Lesen Sie auch, wie die Grauwal-Expedition 2014 begann.

Am 14. Juli hatten wir dann endlich einen klaren Morgen und beschlossen in See zu stechen, obwohl die See noch immer recht rau war.

Wir fuhren vom Leuchtturm aus (in dem sich unsere Forschungsstation befindet) in Richtung Süden und konnten lediglich vier Grauwale fotografieren: darunter ein im Jahr 2011 geborenes Kalb und eines, das 2012 zur Welt gekommen war. Wir hatten beide schon im letzten Sommer beobachtet.

Innerhalb der darauffolgenden Stunden wurde der Wind deutlich stärker. Aufgrund des starken Seegangs mussten wir zurück ins Camp. Doch auch der starke Wind hielt den Nebel nicht ab. Die nächsten zwei Tage saßen wir in unserer Forschungsstation umgeben von Nebel und verarbeiteten die fotografischen Daten, die wir am letzten Arbeitstag gesammelt hatten.

Auch unser nächster Tag auf See war nicht sehr lang: Am 16. Juli hatte sich der Nebel bis 10 Uhr morgens gelichtet und wir konnten mehrere Wale sehen. Diesmal fuhren wir in Richtung Norden. Das Meer war perfekt und wir schöpften Hoffnung auf einen langen und erfolgreichen Arbeitstag.

Hier in Piltun läuft allerdings nichts so, wie wir es wollen. Nach ein paar Stunden kam von Norden her erneut sehr dichter Nebel auf, sodass wir nur noch 300 Meter Sicht hatten. Wir mussten also wir wieder einmal umkehren und unseren Arbeitstag auf See unfreiwillig beenden.

Wir hatten elf Grauwale fotografiert. Neun von ihnen hatten wir bereits in den Jahren zuvor gesehen. Zusätzlich sahen wir ein etwa einjähriges Tier und ein Mutter-Kalb-Gespann – das erste in dieser Saison. Die Kuh kannten wir aus den vergangenen Jahren, hatten sie jedoch noch nie zuvor mit Kalb gesehen. Eine sehr erfreuliche Neuigkeit zum Ende des Tages.

Leider wissen wir aus unserer langjährigen Erfahrung, dass das Wetter in Piltun nie lange gut bleibt. Deshalb kam es wenig überraschend, dass wir die nächsten zwei Tage erneut im Camp verbringen mussten.

Das Grauwal-Forschungsteam

Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit zum Schutz der Wale.

Die Grauwal-Expedition besteht aus einem Team von Wissenschaftlern aus Russland und den USA, die seit 1995 jedes Jahr zur Insel Sachalin (im Ochotskischen Meer nahe der Lagune Piltun) fahren, um Westpazifische Grauwale zu beobachten. Seit dem Jahr 2000 unterstützt der IFAW dieses Forschungsprojekt, das jährlich Daten über die Grauwalpopulation mittels Foto-Identifikation und genetischer Analyse von Gewebeproben sammelt. Die Erkenntnisse der Expedition über den Zustand der Population sind sehr wichtig, um die schädlichen Auswirkungen der Ölindustrie auf die Grauwalpopulation zu verstehen, gegen die sich der IFAW starkmacht.

 

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Experten

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
Programmdirektor Meeresschutz