Tiere in der Ukraine in Not: 900 hungernde Hunde konnten bislang gerettet werden

Sie können die Slideshow nicht öffnen? Dann schauen Sie hier.

 

Sie haben es sicher schon in den Nachrichten gesehen: In der ostukrainischen Stadt Donezk regiert das Chaos. Das Land wird von politischen Unruhen erschüttert, die bereits zu tödlicher Gewalt geführt haben.

Die Menschen haben Angst und fliehen, um ihr Leben zu retten. Über 25.000 Menschen haben die Gegend verlassen. Viele hatten keine andere Wahl als ihre Hunde zurückzulassen. Manche Hunde waren am Haus ihrer Besitzer festgekettet zurückgelassen worden. So hatten sie nicht einmal die Möglichkeit, nach Futter zu suchen.

Da wo Menschen in Not sind, leiden immer auch die Tiere. Sogar in Zeiten der Stabilität haben viele Menschen Mühe, Familie und Haustiere mit dem Nötigsten zu versorgen.

Man kann sich vorstellen, wie groß die Herausforderung wird, wenn politische Unruhen und ein drohender Krieg die Situation verschärfen.

In der verwüsteten Stadt Donezk hilft der IFAW dem Tierheim "PIF". Das die Hunde aus vielen vom Krieg betroffenen Gebieten aufnimmt. Zuletzt kamen 19 Hunde aus Kramatorsk dazu, da die Einwohner von dort geflohen waren.

Die Mitarbeiter des überfüllten Tierheims erzählten: "Wir erhielten einen Anruf aus Kramatorsk und wurden gebeten, 19 Hunde aus einem kleinen privaten Tierheim zu übernehmen. Die Besitzer des Tierheims mussten die Stadt wegen der Kämpfe verlassen. Die Hunde wurden vorübergehend bei verschiedenen Leuten untergebracht. Aber auch diese Menschen müssen jetzt die Stadt verlassen und baten uns deshalb, uns um die Hunde zu kümmern."

Es ist nicht das erste Mal, dass der IFAW einschreitet, um Tieren zu helfen, die unter einem bewaffneten Konflikt leiden. Im Jahr 2003 eilte der IFAW mit einem Team von Experten und Vorräten in den Zoo von Bagdad und sorgte dort wochenlang für über 400 Tiere – darunter Löwen, Tiger, Braunbären, Wölfe und Primaten.

Als 2011 die sozialen und politischen Umwälzungen im Nahen Osten einsetzten, half der IFAW im Zoo von Tunis in Tunesien und unterstützte außerdem zwei Tierschutzgruppen in Ägypten. Später leitete der IFAW einen Rettungseinsatz für über 1.000 Tiere im Zoo von Tripolis in unmittelbarer Nähe von Gaddafis ehemaliger Kommandozentrale Bab al-Aziziya. Unter den Tieren waren Löwen, Hyänen und Nilpferde.

Das Tierheim "PIF" in Donezk beherbergt zurzeit über 900 Hunde und täglich kommen neue hinzu. Jeden Tag müssen wir weitere Tiere retten, da immer mehr Menschen fliehen und ihre Hunde nicht mitnehmen können. Doch leider lassen viele Menschen, die nichts von der Existenz des Tierheims wissen, ihre Hunde angekettet zurück.

Früher haben die Supermärkte in Donezk Fleisch und Fisch ans Tierheim gespendet, doch jetzt können sie dies nicht mehr. 380 US-Dollar kostet es pro Tag, die Hunde mit Futter zu versorgen.

So gut wie jeden Tag bringen ehrenamtliche Mitarbeiter und besorgte Bewohner fast verhungerte Hunde ins Tierheim, die bereits dem Tode nah sind.

Die Hunde in der Ukraine brauchen dringend unsere Hilfe. Nur mit unserer Unterstützung können sie überleben.

Shannon Walajtys

Post a comment

Experten

Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Cora Bailey
Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe