Tausende feiern in Wladiwostok den jährlichen Tigertag

Sehen Sie in der Slideshow Bilder vom Tigertag 2013 im russischen Wladiwostok.

 

Es war wieder einmal Tigertag, und ich war dafür ins wunderschöne Wladiwostok gereist. Denn am Tigertag findet dort alljährlich eine Demonstration für die Rettung der Tiger satt. Die Stadt hat zwei imposante neue Brücken, die man von fast überall sehen kann. Nach einem wolkigen Morgen brach der Himmel doch noch auf und der zentrale Platz der Stadt lag im Sonnenschein.

Wie immer war ich nervös. Würden wir genug ehrenamtliche Helfer haben, würden viele Menschen teilnehmen, würden sie an unseren Stand kommen und würde alles reibungslos klappen? Lesen Sie auch: SLIDESHOW: So funktioniert die Rehabilitation von drei Sibirischen Tigern im Osten Russlands

Etwa 8.000 Menschen waren auf der Straße, um für den Schutz des Tigers zu demonstrieren, darunter allein 200 Mitarbeiter des IFAW. Jedes Jahr holt Ulyana Serduk, Biologie-Studentin an der Far Eastern Federal University, mehr und mehr Ehrenamtliche an Bord. Und nicht nur das: Viele von Ihnen engagieren sich auch danach weiter für den IFAW. Die Ehrenamtlichen haben ein Quiz veranstaltet, Broschüren verteilt und Unterschriften zur Unterstützung einer Petition gesammelt. Im Laufe des Tages kamen über 1.000 Unterschriften für die Aufstockung der finanziellen Mittel für Wildhüter zusammen.

In den letzten drei Jahren hat sich beim Tigertag die Tradition eingebürgert, auf dem zentralen Platz der Stadt die besten Wildhüter auszuzeichnen. Der IFAW veranstaltet diese Preisverleihung seit 2003. Die Preisträger dürfen nach Indien reisen und die dortigen Nationalparks besuchen.

Gemeinsam mit Nastya erklärte ich den Besuchern, warum die Arbeit der Wildhüter so wichtig ist. Ihr Einsatz erfährt heute lange nicht mehr so viel Anerkennung wie früher. Dafür gibt es verschiedene Gründe, aber der wichtigste ist sicherlich, dass die Berufsehre der Wildhüter von den eigenen Kollegen beschmutzt wird: Viele Wildhüter decken Wilderer oder betreiben selbst Wilderei. Doch es gibt natürlich auch viele Wildhüter, die unbeirrt von Bestechungsversuchen alle Wilderer dingfest machen.

Ein Teilnehmer des Tigertags in Russland. c. IFAW/A. Filippova

Wir wollen dazu beitragen, dass die staatlichen Wildhüter für ihre Arbeit wieder den Respekt erfahren, den sie verdienen. Die Preisträger wurden keineswegs zufällig ausgewählt. Vor einigen Jahren riefen die Wildlife Conservation Society und die Phoenix Foundation aus diesem Grund das MIST-Programm ins Leben. Mit diesem Programm lässt sich die Tätigkeit jedes Wildhüters objektiv messen. Die Patrouillen, die er zu Fuß, mit dem Auto oder Motorrad absolviert hat, die Anzahl der Untersuchungen oder Festnahmen und der konfiszierten Waffen etc. Außerdem bitten wir auch die Leiter der Naturschutzgebiete um eine Beurteilung der Wildhüter. In diesem Jahr erhielten die Auszeichnung "Bester Wildhüter" Andrey Nikolaevich Voloshin vom Nationalpark "Leopard Land" und Sergey Anatolievich Zavedeev vom Lazovsky-Naturreservat.

Der Tigertag findet nun schon seit 14 Jahren statt. Jedes Jahr gehen die Menschen als Tiger und Leoparden verkleidet auf die Straße, tragen Transparente und rufen Sprechchöre. Ein Teilnehmer der Demonstration hat es mir besonders angetan: ein Mops in einer Tigerjacke. Er trabte stolz an seiner Leine und schien sich gut zu amüsieren.

Anna Filipova

Erfahren Sie mehr darüber, was der IFAW tut, um die bedrohten wilden Tiger zu retten.

Post a comment

Experten

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien