Taifun Haiyan: das Ausmaß der Zerstörung ist unfassbar

Hier sehen Sie die Fotos unseres IFAW Rettungsteams vor Ort nach dem Taifun auf den Philippinen.

Es gibt keinen Weg, sich innerlich auf die Arbeit an einem Ort vorzubereiten, an dem eine Naturkatastrophe gewütet hat. Ich wusste, dass ich tote Menschen und Tiere und einen zerstörten Lebensraum vorfinden würde – und dennoch erschütterten mich die Auswirkungen des Taifuns Haiyan.

Am Abend vor unserem Flug nach Tacloban las ich im Guardian einen Bericht über das Überleben und den Verlust in der zerstörten Stadt Tacloban. Ein Mann beschrieb in dem Artikel, wie die Familienkatze sie geweckt hatte, als im Haus das Wasser zu steigen begann. Alle, auch die Katze, konnten sich schwimmend in Sicherheit bringen.  

Heute Morgen traf unser Team in Tacloban ein, um eine erste Einschätzung der Lage vorzunehmen. In den Nachrichten wird viel über die Schwierigkeiten berichtet, die humanitäre Organisationen und Regierungseinrichtungen haben, die Bevölkerung mit dem Lebensnotwendigsten wie Wasser und Nahrung zu versorgen. Somit ist klar, dass auch die Tiere unsere Hilfe benötigen.

Zunächst begegnen uns ausschließlich tote Tiere am Straßenrand. Doch dann erblicken wir auch Hunde, die durch die Straßen streunen. Nach einer Weile sehe ich eine junge Frau, die einen flauschigen Spitz an der Leine führt. Wir halten an und erfahren ihre Geschichte: Als der Sturm sich näherte, verließ sie das Haus zusammen mit ihrem Hund Sweetie. Seitdem hat sie Sweetie ständig bei sich. Ihr Lebensgefährte hingegen verlor drei seiner vier Hunde bei der Katastrophe. Sweetie weiß sofort, dass wir Futter für sie dabei haben und wir überreichen ihrer Besitzerin einen ganzen Sack davon. 

Auch Besay, eine weitere Küstenstadt, wurde von Haiyan getroffen. Als wir uns durch die Trümmer der Stadt arbeiten, entdecken wir einen Welpen, der im Untergeschoss des Hauses schläft, während die Familie im ersten Stock mit Reparaturen beschäftigt ist. Die gesamte Giebelwand des Gebäudes fehlt.

Die Familie erzählt uns, dass alle sicher waren, den Hund verloren zu haben, als das Wasser den zweiten Stock erreichte. Plötzlich entdeckten sie das kleine Kerlchen schwimmend neben dem Gebäude. Doch keiner rechnete damit, dass er überleben würde. Am nächsten Tag kam das Hündchen alleine nach Hause getrottet – es hatte überlebt! 

Während wir am Abend des ersten Tages die Lage besprechen, läuft uns eine Boxerhündin über den Weg, die in den Straßen nach Nahrung sucht. Sie ist dankbar für das Futter, das wir ihr geben. Leider können wir ihre Besitzer nicht ausfindig machen. Und so läuft sie wieder davon, denn sie sucht ganz offensichtlich nach ihrer Familie.   

Mir sind diese Überlebensgeschichten – zusammen mit dem Anblick der Menschen, die in den Dörfern und Gemeinden gemeinsam für einen Wiederaufbau arbeiten – sehr ans Herz gegangen.  Auch wenn die Verluste immens sind und der Wiederaufbau ein langer Weg sein wird, bin ich schon nach diesem ersten Tag zuversichtlich , dass die Menschen in Tacloban und in den anderen vom Taifun Haiyan betroffenen Gemeinden es schaffen werden.

Jennifer Gardner

Helfen Sie uns, die Tiere nach dem Taifun auf den Philippinen zu versorgen.

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Experten

Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Cora Bailey
Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe