Sambia: Zwei Elefantenkälber kommen sicher bei ihrer neuen Familie an

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Auf dem Lieferschein stand: "Zwei Elefanten – einer männlich, einer weiblich. Lieferung ordnungsgemäß eingegangen. Bitte hier unterschreiben." So wurde die Umsiedlung von Kavalamanja und Maramba diese Woche offiziell vollendet. Zwei Elefantenkälber, beide zwischen drei und vier Jahre alt, zogen aus der pulsierenden Hauptstadt Lusaka an den am weitesten abgelegenen Ort im sambischen Kafue-Nationalpark.

Elf Stunden dauerte der LKW-Transport der beiden Kälber vom Lilayi-Elefanten-Kindergarten zur Auswilderungsstation des Elefantenwaisen-Projekts im Kafue-Nationalpark.

Der Tag hatte früh begonnen. Um fünf Uhr morgens beluden wir schon eifrig unsere Geländewagen mit Matratzen, Bettzeug und all den anderen Dingen, die wir für die kommenden Tage in der Wildnis brauchen würden. Um Punkt sechs holten die Pfleger die Kälber aus ihren Ställen, trennten sie von den anderen Babyelefanten und schickten sie auf eine Reise ins Unbekannte.

Am Abend dann, als ich in meinem Zelt lag und gerade kurz davor war einzuschlafen, hörte ich eine Herde wilder Elefanten aufgeregt trompeten. Was sie wohl so in Aufruhr versetzte? Vielleicht ein Löwenrudel ganz in der Nähe oder eine Hyäne auf Streifzug? Davon waren in dieser Nacht sicher viele unterwegs. Ihr unverwechselbares Heulen ist ein völlig normaler Bestandteil der nächtlichen Geräuschkulisse im afrikanischen Busch. Hin und wieder hörte ich außerdem das kehlige Knurren eines Leoparden.

Ich musste an Kavalamanja und Maramba denken. Beide waren vor weniger als zwei Jahren zu Waisen geworden. Die Organisation Game Rangers International hat sie damals gerettet und ihnen von da an die denkbar beste und liebevollste Pflege zukommen lassen.

Der Umzug in den Kafue-Nationalpark markiert einen neuen Abschnitt für die Kleinen. Sie lassen damit ihre Kindheit langsam hinter sich und kommen einem Leben als erwachsener Elefant in der Wildnis einen Schritt näher.

Der IFAW unterstützt das einzigartige Elefantenwaisen-Projekt, das die Organisation Game Rangers International ins Leben gerufen hat. Da Elefantenherden in Sambia häufig den grausamen Angriffen von Wilderern zum Opfer fallen, rettet und versorgt das Elefantenwaisen-Projekt die überlebenden Jungen. Kavalamanja und Maramba sind zwei dieser unschuldigen Opfer.

Elefantenmütter müssen wegen ihrer Stoßzähne aus Elfenbein sterben und ihre Babys allein zurücklassen. Ausgehungert und ausgemergelt, verängstigt und traumatisiert werden die kleinen Elefanten aufgefunden. Sie benötigen eine sehr intensive Fürsorge, um sich von ihren Erfahrungen zu erholen.

In Lilayi im Elefanten-Kindergartenwerden die geretteten Kälber nie allein gelassen. Sie bekommen alle drei Stunden nahrhafte Milch aus der Flasche – Tag und Nacht. Die Tage verbringen sie in einem geschützten Außengehege, wo sie unter Aufsicht ihrer Pfleger nach Futter suchen können. In der Nacht schlafen die Pfleger auf einer erhöhten Plattform in der Mitte des Stalls, der wie ein Wagenrad angeordnet ist. So können sie jedes Tier im Auge behalten. Die Pfleger stehen so eng in Kontakt mit den Tieren, dass sie ihre Gefühlslagen vorhersagen können.

Im Kafue-Nationalpark gibt es noch eine zweite Gruppe Elefanten. Sie sind ebenfalls alle Waisen, jedoch etwas älter und dem Leben in Freiheit schon einen Schritt näher. Ein junger Bulle namens Chodoba lebt inzwischen bereits außerhalb des gesicherten Geländes. Er hat regelmäßig Kontakt zu den wilden Elefantenherden, die in einem nahegelegenen Teakwald zuhause sind. Chodoba ist aber immer da, um seine "Familie" zu begrüßen, wenn sie sich zu ihrem Morgenspaziergang aufmacht.

Am Dienstagmorgen, nach der langen und anstrengenden Reise in den Kafue-Nationalpark, wo die Reifen im weichen Sand einsacken und man deshalb nie schneller als 40 km/h fahren kann, trafen Kavalamanja und Maramba endlich mit ihrer neuen Herde zusammen.

Am Abend zuvor waren die beiden verwirrt aus ihren LKWs gekommen und hatten nur widerwillig die fremden Ställe betreten. Als sie in der Nacht ganz allein waren, müssen sie die gleichen Geräusche wie ich gehört haben: den Ruf der Hyäne, das wütende Trompeten verängstigter Elefanten, das bedrohliche Knurren eines Leoparden. All das waren für sie ganz neue und wahrscheinlich sehr verwirrende Geräusche.

Am Dienstag um kurz nach sechs trafen sie ihre neue Herde. Es war ein magischer Moment. Kavalamanja und Maramba wurden von ihren neuen Freunden vorsichtig begrüßt. Sie hatten vom eisenreichen Boden in Lusaka noch ganz rostrote Haut, die besonders neben der grauen Herde im Kafue-Park herausstach, wo der feine Kalahari-Sand die Haut nicht verfärbt.

Kavalamanja und Maramba waren ein wenig nervös und liefen immer wieder zu ihren Pflegern zurück, bei denen sie sich sicher fühlten. Mit ihren Rüsseln schnüffelten und tasteten sie die anderen gründlich ab. Die älteste Kuh der Gruppe jagte Maramba einmal kurz vor sich her, um klarzustellen, wer der Boss ist.

Und dann war die Begrüßungszeremonie vorbei. Die graue Herde war bereit für ihre morgendliche Futtersuche im Busch und die beiden roten Neuankömmlinge kamen einfach mit. Einer nach dem anderen stapften sie tapsig durchs Tor – an der Spitze und als Schlusslicht die älteren, in der Mitte die jungen.

Dank der Hilfe unserer Spender werden Elefanten wie Kavalamanja und Maramba eines Tages in Freiheit leben können. Dort, wo die nächtlichen Geräusche der Wildnis nicht mehr seltsam, sondern völlig normal für sie sein werden.

Danke all unseren Förderern, dass Sie ihnen diese Chance geben.

Christina Pretorius

Nur mit der Unterstützung unserer dauerhaften Förderer können wir den langfristigen Erfolg von Projekten wie diesem sicherstellen. Helfen auch Sie den Tieren mit einer Spende.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
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Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
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Jason Bell, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
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Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater Strategische Partnerschaften