Reedereien wollen mit isländischem Walfleisch nichts zu tun haben

Finnwale gehören zu den extrem bedrohten Walarten

Am 5. Juli legte ein Schiff mit sechs Containern mit Finnwalfleisch aus Island im Hamburger Hafen an. Es kam aus Rotterdam, wo die Hafenbehörden kurz zuvor angekündigt hatten, dass in Zukunft kein Walfleisch mehr über den Rotterdamer Hafen laufen soll.

Zuständig für den Transport von Island nach Rotterdam war die isländische Reederei Samskip, deren Auftrag damit erledigt war. Die Container wurden von einer anderen Reederei nach Hamburg befördert. Als es dort jedoch zu Protesten gegen die Walfleisch-Lieferung kam, reagierte die zuständige Reederei Evergreen Line und stornierte den Auftrag für den Transport nach Japan. Das Unternehmen kündigte an, das Walfleisch nach Island zurückzuschicken und veröffentlichte kurz darauf auf seiner Webseite einen Hinweis, dass es sich an die Richtlinien des Artenschutzübereinkommens CITES halte und keine Buchungen mehr für Wale, Haie oder deren Produkte annehme. Zeitnah kündigte Samskip ebenfalls an, in Zukunft überhaupt kein Walfleisch mehr zu transportieren! Sie werden lediglich noch den Rücktransport dieser sechs fraglichen Container übernehmen.

Wir beglückwünschen die beiden Unternehmen zu dieser Entscheidung, die eine Entscheidung für den Walschutz ist. Denn nun wird es für den isländischen Walfänger Kristjan Loftsson sehr schwer werden, Alternativrouten für sein ungewolltes Produkt zu finden. Ihm bleibt nur die Direktroute nach Japan oder die Luftfracht – beides ist sehr teuer. Da das Fleisch der geschützten Finnwale in Japan ohnehin in Loftssons eigenen Lagerhäusern liegen bleibt oder billig als Hundefutter verschleudert wird, düfte er sich gut überlegen, ob er diese Mehrkosten tragen will. Aber um Wirtschaftlichkeit geht es bei dem teuren Hobby des Herrn Loftsson ohnehin nicht .

Dörte von der Reith

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