Philippinen: Hilfe für die vom Erdbeben betroffenen Tiere

Diesen Text hat uns May Angela Felix, Mitarbeiterin unseres Rettungsteams in Südostasien, geschickt.

Einige der Hunde und Katzen, die das Team vorfand, waren noch immer sehr schreckhaft und aufgeregt – wahrscheinlich wegen des Schocks durch das Erdbeben und aufgrund der täglichen Nachbeben.  Am 19. Oktober machte sich das IFAW Rettungsteam gemeinsam mit Mitarbeitern der dortigen Partnerorganisation PAWS auf den Weg nach Bohol, um die Auswirkungen des Erdbebens auf Tiere und Menschen zu untersuchen.

Es war eine grauenhafte sechsstündige Fahrt von Tagbilaran nach Loon, während der wir die Tiere in den betroffenen Dörfern und Städten auf dem Weg zählten. 

Wir waren erschüttert, zu sehen, wie sich das Zuhause vieler Menschen durch diese unvorstellbare Naturgewalt in Schutt verwandelt hatte. Viele Bewohner lebten in Zelten auf offenem Feld. Sie hatten Schilder aufgestellt, auf denen sie um Nahrung und Wasser baten.

Wie häufig in ländlichen Gegenden, waren viele Hunde auf den Straßen zu sehen. Andere schlichen ihren Besitzern hinterher, die versuchten, ihre Felder in Ordnung zu bringen oder vor Notversorgungsstellen Schlange standen.

Im Großen und Ganzen waren die Hunde in gutem Zustand und wurden von ihren Familien gut versorgt. Einige der Hunde und Katzen, die das Team vorfand, waren allerdings noch immer sehr schreckhaft und aufgeregt – was sicherlich mit dem Schock durch das Erdbeben und den täglichen Nachbeben zusammenhing.

Unser Team, dessen oberstes Ziel eine schnelle Einschätzung der Lage war, hatte für die Erkundung des gesamten Gebietes nur zwei Tage Zeit. Am ersten Tag besuchten wir die fünf Städte Catigbian, Sagbayan, Tubigon, Calape und Loon und zählten 241 Hunde, 59 Rinder, 13 Schweine, 55 Ziegen, 8 Wasserbüffel und 35 Katzen. Wir konnten etwa 70 Hunde und 25 Katzen füttern und verteilten abgefülltes Trinkwasser an die Haustierbesitzer.

Wir trafen auf Lucina und Albert, die zwei Hunde und einige Schweine hatten. Sie saßen in den Ruinen ihres Hauses – dennoch lächelten sie zur Begrüßung. Die beiden berichteten uns von ihrer Angst während des Erdbebens und davon, wie sie gebetet hatten, dass alle Familienmitglieder in Sicherheit sein mögen – inklusive der Hunde und Schweine.

Auch einen Mann aus Sagbayan mit seinen 16 Katzen trafen wir. Er war sehr glücklich über das mitgebrachte Katzenfutter, wandte sich dann aber sichtlich niedergeschlagen wieder dem Schutthaufen zu, der einst sein Essbereich gewesen war. Er erzählte, dass eines der Katzenjungen von einer einstürzenden Mauer erschlagen worden sei. Als er uns verabschiedete, schaffte er es trotz allem, uns ein Lächeln zu schenken.    

Am nächsten Tag durften wir King und Duke kennen lernen, die tapferen Labradore der Rettungshundestaffel der Metropolitan Manila Development Authority. Die beiden wurden von ihren Betreuern, Martin de Castro und Melvic Galagate begleitet. Gemeinsam mit den Hunden  hatten sie in Loon Erdbebenopfer ausgespürt und gerettet. Castro sagte, sie seien sehr stolz auf King und Duke, die außerordentliche Leistungen bei der Suche nach 69 Opfern in den Bergen gezeigt hatten.   

Da wir am zweiten Tag nur noch sehr wenig Zeit hatten, können wir für die weiteren Städte am Wegesrand nur eine ungefähre Einschätzung abgeben. In den Städten Antequerra, Maribojoc und auf der anderen Seite von Loon gab es etwa 180 Hunde, 30 Katzen und 30 Nutztiere wie Rinder, Ziegen und Wasserbüffel. In den nächsten Wochen werden wir einen Plan für die Futterverteilung im Katastrophengebiet aufstellen.

Die Menschen in Bohol waren uns für jede Hilfe sehr dankbar. Wir werden die Wärme, das Durchhaltvermögen, die positive Einstellung und die Aufrichtigkeit der Bewohner von Bohol in Erinnerung behalten. Und sie werden es schaffen, diese verheerende Tragödie zu überstehen.

May Angela Felix

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Experten

Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Cora Bailey
Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe