Partner im Blickpunkt: UNDP und IFAW wollen gemeinsam streunenden Hunden in Bosnien helfen

Becky Brimley (links) mit Elzamina Bojicic im UN-Hauptquartier in Sarajevo.

Ich komme gerade aus Bosnien zurück, wo Tausende von Hunden die Straßen der Städte bevölkern Und noch einmal genauso viele vegetieren unter schlechten Bedingungen in Tierheimen dahin. Es gibt in Bosnien Aktivisten, die ihr Bestes geben, um diesen Hunden mit Sterilisationsprogrammen, Hundetraining und Freiwilligenarbeit in Tierheimen und Rettungsstellen zu helfen - aber das reicht hinten und vorne nicht.

Die Menge an Hunden ist schier überwältigend. Und die herrenlosen Tiere auf den Straßen machen den Menschen Angst. Die genannten Maßnahmen allein beheben das eigentliche Grundproblem und die stetige Zunahme an Straßenhunden nicht.

Während ein Teil der Hunde friedlich ist, an Kiosken oder Fußgängerüberwegen gemütlich in der Sonne döst und von tierlieben Menschen gefüttert wird, gibt es mit einigen Hunden große Probleme: sie treten in Gruppen auf, beißen und machen regelrecht Jagd auf Menschen.

Die Leute sind an manchen Orten derart verängstigt, dass die vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) in Bosnien und Herzegowina ins Leben gerufenen Bürgersicherheitsforen in den Hunden eine Gefahr für die Allgemeinheit sehen.

Das ist auch der Grund, warum ich in Bosnien war. Es ging darum, ein Abkommen zwischen dem UNDP und dem IFAW zu besiegeln, das den Menschen dabei helfen soll, praktikable, tiergerechte und nachhaltige Strategien zum Umgang mit den Hunden zu entwickeln.

Die Zusammenarbeit mit dem UNDP ist für den IFAW sehr hilfreich, weil beide Organisationen die örtliche Bevölkerung in die Arbeit einbinden und lokale Lösungen für lokale Probleme suchen. Außerdem hat das UNDP langjährige Erfahrung in Bosnien, wo der Bürokratieaufwand hoch ist – um es vorsichtig auszudrücken.

Es gibt keine schnellen Lösungen.

Die Entwicklung eines Planes zur Kontrolle der landesweiten Hundepopulation ist keine einfache Aufgabe und die Umsetzung ist langwierig. Aber die Gemeinden sind gewillt, ihre Probleme mit den Hunden zu lösen –  und wir wollen ihnen dabei zur Seite stehen.

In der vergangenen Woche haben sich unsere Partner vom UNDP Bosnien und Herzegowina mit Einer der zahllosen streunenden Hunde auf den Straßen Bosniens.den Bürgermeistern von Jajce, Gradacac und Lopare sowie Vertretern des Bürgersicherheitsforums getroffen, um zu besprechen, wie wir ihre Hundepopulationen erfassen und die Probleme der Bevölkerung mit den Tieren lösen können. Wir haben ihnen außerdem unser Planungsverfahren vorgestellt, das den Gemeinden helfen soll, zu einer nachhaltigen und tiergerechten Problemlösung zu kommen.

In Kürze werden wir auch mit weiteren Interessengruppen in den Gemeinden sprechen, uns ihre Sorgen anhören und überlegen, welche Ressourcen ihnen zur Verfügung stehen – wie z. B. städtische Behörden, Gesundheitseinrichtungen, Schulen, Veterinäre oder auch Gemeindemitglieder, die sich um die Tiere in ihrem Umkreis kümmern, und Menschen, die sie aufnehmen und ihnen ein neues Zuhause bieten. 

Die Sorgen und Erfahrungen aller Beteiligten sind wichtig für die Planung.

Unsere Hoffnung ist, dass unsere Erhebung zeigen wird, dass es eine realistische Chance gibt, einen gemeinsamen Weg zu finden. Wenn die unterschiedlichen Interessengruppen in den Gemeinden bereit sind, sich zu treffen und zusammenzuarbeiten, können wir ihnen helfen, ihre Situation vor Ort zu analysieren, um die Probleme gemeinsam zu lösen.

Wenn alle willens sind, eine nachhaltige und tiergerechte Lösung zu entwickeln, werden wir die Gemeinden mit aller Kraft unterstützen. Doch das ist nicht einfach: Es bedeutet, dass die Beteiligten sich gegenseitig zuhören und zusammenarbeiten. Und es bedeutet, bereit zu sein, Dinge künftig anders zu machen. Jeder Schritt ist wichtig, denn im Moment gibt es keine Lösung, obwohl viele darum bemüht sind.

Unterm Strich jedoch sind die Menschen mit leidenschaftlichem Engagement dabei, eine nachhaltige und tiergerechte Lösung für die Hunde zu finden. Wir freuen uns darauf, Ihnen dabei zu helfen!

Becky Brimley

Lesen Sie mehr darüber, wie wir mit unseren Projekten Gemeinden und ihren Tieren helfen.

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Experten

Cora Bailey
Leiterin des Tierschutzprojekts CLAW
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Janice Hannah, Leiterin des IFAW Northern-Dogs-Projekts
Leiterin des Northern-Dogs-Projekts
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Veterinarian, DVM, PhD - IFAW Beijing
Tierärztin, DVM, PhD
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe