Nairobi: US-Oberst beim Elfenbeinschmuggel erwischt

Der illegale Handel mit Wildtierprodukten ist völlig außer Kontrolle und bringt Elefanten, Nashörner und andere Arten in Gefahr.David McNevin, ein ehemals in Nairobi stationierter US-Militärattaché, wurde Anfang Juli auf dem Flughafen von Nairobi wegen des Besitzes von 21 Schmuckstücken aus geschnitztem Elfenbein verhaftet, als er gerade ein Flugzeug in Richtung Niederlande besteigen wollte. Er bekam eine Geldstrafe über 30.000 kenianische Schilling. Dies entspricht etwa 260 Euro. Gemäß Kenias veraltetem Tierschutzgesetz ist dies die Höchststrafe für ein solches Vergehen.

Besonders desillusionierend ist, dass die Verhaftung McNevins geschah, nachdem Präsident Obama nur wenige Stunden zuvor auf seiner Afrikareise seine Entschlossenheit bekundet hatte, künftig härter gegen den illegalen Wildtierhandel vorgehen zu wollen.  Er benutzte in diesem Zusammenhang folgende Worte: "Die ganze Welt hat ein Interesse daran, dass die Schönheit Afrikas für künftige Generationen bewahrt bleibt."

Der illegale Handel mit Wildtierprodukten ist völlig außer Kontrolle. Und Elefanten, Nashörner und andere Wildtierarten sind die Opfer dieser tragischen Entwicklung.

Der IFAW kämpft seit Jahren dafür, Wilderei und Wildtierhandel in politisch instabilen Regionen zu unterbinden. Wir haben festgestellt, dass das kriminelle Geschäft sich nicht nur verheerend auf gefährdete Tierarten auswirkt, sondern auch zunehmend eine Bedrohung für die nationale und globale Sicherheit darstellt. In einem Bericht mit dem Titel "Criminal Nature: The Global Security Implications of the Illegal Wildlife Trade" veröffentlichte der IFAW vor kurzem seine Erkenntnisse.

Bei seinen Recherchen stieß der IFAW auf Verbindungen zwischen illegalem Wildtierhandel, Drogenhandel, Geldwäsche, organisiertem Verbrechen sowie Rebellengruppen und Milizen (wie etwa der al-Qaida oder der Lord's Resistance Army). Mit illegalem Wildtierhandel werden weltweit jährlich mindestens 19 Milliarden US-Dollar verdient. Damit ist er nach Drogen-, Falschgeld- und Menschenhandel der viertgrößte illegale Markt der Welt.

Als ehemaliger Vertreter der USA in Kenia sollte McNevin über genügend Weitsicht verfügen, um zu wissen, dass der Schmuggel illegaler Wildtierprodukte nicht nur die USA in ein schlechtes Licht rückt, sondern darüber hinaus den weltweiten Kampf gegen den Wildtierschmuggel untergräbt. Doch wenigsten führt uns diese Verhaftung und die lächerlich milde Strafe einmal mehr vor Augen, wie viel im Kampf gegen diesen illegalen Handel, der unsere innere wie auch die globale Sicherheit gefährdet, noch zu tun bleibt. Illegaler Wildtierhandel ist gefährlich für Tiere und für Menschen, und wir müssen dies endlich ernst nehmen.

Beth Allgood

Erfahren Sie mehr darüber, was der IFAW tut, um dem illegalen Wildtierhandel ein Ende zu setzen.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
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Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
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Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
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